Erster Stimmungstest für Stoiber

3. März 2002, 22:06
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Bayrische Kommunalwahl: Endergebnis erst für Mittwoch erwartet

München/Nürnberg - Bei einem meist weißblauen Himmel, aber vielfach noch frostigen Temperaturen am Sonntagmorgen haben sich die Bayern mit der Stimmabgabe zur Kommunalwahl Zeit gelassen. Wie eine erste dpa-Umfrage in größeren Städten des Freistaates ergab, lag die Beteiligung an dem Urnengang bis um 10.00 Uhr teils um bis zu 50 Prozent unter der von 1996. Vergleichsweise am geringsten war das Interesse zunächst in Regensburg, Augsburg und Nürnberg, am größten noch in der Landeshauptstadt München. Die Beteiligungen lagen in den Großstädten in der Früh zwischen 5,8 und 17,1 Prozent.

Überall im Freistaat werden die Gemeinde- und Kreisparlamente neu bestimmt, in den meisten der gut 2.000 Gemeinden stehen auch die Bürgermeister und Landräte zu Wahl. Der Urnengang ist der erste landesweite Stimmungstest für Ministerpräsident Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat der Union. Insgesamt können die rund 8,9 Millionen Wahlberechtigten fast 40.000 Mandate vergeben. Mit besonderer Spannung werden die Ergebnisse aus den Großstädten München, Nürnberg und Augsburg erwartet. Das landesweite Endergebnis liegt wegen des komplizierten bayerischen Wahlrechts voraussichtlich erst am Mittwoch vor.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber hatten sich im Wahlkampf ebenso engagiert wie die Parteichefs von Grünen und FDP. In München gilt die Wiederwahl von Oberbürgermeister Christian Ude als sicher. Der SPD-Politiker steht seit neun Jahren an der Spitze der Landeshauptstadt. In Nürnberg wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters erwartet. Die frühere SPD-Hochburg war vor sechs Jahren von dem CSU-Politiker Ludwig Scholz erobert worden. In Augsburg kandidiert die CSU-Sozialreferentin Margarete Rohrhirsch-Schmid gegen den Füssener SPD-Bürgermeister Paul Wengert um den OB-Sessel.

Mit insgesamt 22 Oberbürgermeistern hat die SPD bisher knapp die Nase vor der CSU. In den bayerischen Stadträten und Kreistagen allerdings hatte sich die CSU vor sechs Jahren mit 43,7 Prozent als weitaus stärkste politische Kraft behauptet, vor der SPD mit 25,7 Prozent und den Freien Wählern mit 15,3 Prozent. Die Grünen errangen 6,9 Prozent, die FDP kam nur auf 1,6 Prozent. Wegen der Kanzlerkandidatur des CSU-Vorsitzenden Stoiber rechneten alle Parteien mit einer höheren Wahlbeteiligung als 1996. Damals lag sie bei 67 Prozent. (APA/dpa)

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