Djindjic: Fünf "hochkarätige" Kriegsverbrecher in Serbien

2. März 2002, 16:35
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UNO-Tribunal fordert laut serbischem Premier Auslieferung von zehn weiteren Personen

Belgrad - Fünf "hochkarätige" vom Haager UNO-Tribunal gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher befinden sich nach Angaben des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic in Serbien. Von Belgrad werde darüber hinaus noch die Auslieferung von weiteren zehn Personen, die Mehrheit davon bosnische Serben, gefordert. Bei allen handle es sich um "potenzielle Auslieferungskandidaten", was aber nicht heiße, dass sie von Serbien auch tatsächlich ausgeliefert würden. Einigen von ihnen könnte in Absprache mit dem Kriegsverbrechertribunal auch in Serbien der Prozess gemacht werden, sagte Djindjic am Samstag bei einer Kundgebung im südserbischen Dorf Grgure.

Nach Ansicht Djindjics wird die Zusammenarbeit seines Landes mit Den Haag im April und Mai in einer "andere Phase" eintreten. Der serbische Ministerpräsident bekräftigte erneut seine Forderung nach einem jugoslawischen Gesetz über die Zusammenarbeit mit dem Tribunal. Es würde auch ausreichen, wenn das Gesetz nur feststellen würde, dass Jugoslawien die UNO-Institution anerkenne.

Belgrad muss seine Kooperation mit dem UNO-Tribunal bis Ende März in vollem Umfang aufnehmen. Sollte dies nicht geschehen, droht Serbien die Einstellung einer vom US-Kongress bewilligten Finanzhilfe von 114 Millionen US-Dollar (131,8 Mill. Euro).(APA)

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    foto: apa7stankovic
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