Ehemaliger Milosevic-Freund verliert Mobilfunknetz in Serbien

1. März 2002, 20:54
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Gericht übernimmt Kontrolle über "Mobtel"

Ein ehemaliger Freund des jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic, Bogoljub Karic, hat allem Anschein nach seinen Mobiltelefonbetreiber "Mobtel" verloren. Ein vom Belgrader Handelsgericht bestellter Verwalter erschien am Freitagnachmittag im Verwaltungsgebäude der Firma, um mit Polizeigewalt die Kontrolle über das Unternehmen zu übernehmen.

"Mobtel" im letzten Jahr verklagt

"Mobtel" war Ende des Vorjahres von der serbischen Post verklagt worden, nachdem bekannt geworden war, dass die Familie Karic in ein gemeinsam mit der Post Mitte der neunziger Jahre errichtetes Mobilfunknetz nicht die notwendigen Finanzmittel investiert hatte und nicht der mehrheitliche Eigentümer von "Mobtel" ist. Nach Angaben von Finanzexperten sollen der Familie in Wirklichkeit nur zwölf Prozent des "Mobtel"-Kapitals gehören.

Die "Bestimmten Machtzentren in Belgrad"

Der Chef des Familienclans, Bogoljub Karic, beschuldigte "bestimmte Machtzentren" in Belgrad, das "jahrelang erworbene Familieneigentum" vernichten zu wollen. Karic hat sein beträchtliches Eigentum vor allem den jahrelang freundschaftlichen Kontakten zu der Familie von Slobodan Milosevic zu verdanken. Der Familie Karic war im November des Vorjahres bereits ihre Bank abhanden gekommen. Die ''Astra''-Bank konnte Schulden in der Höhe von 35 Millionen DM (17,9 Mill. Euro) nicht tilgen und musste in Konkurs gehen. Anschließend wurde die Tilgung von "Mobtel" übernommen.(APA)

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