Unternehmenswert - Wie wird Immaterielles bewertet?

5. März 2002, 11:24
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Die Unternehmensberatung Wentner und Havranek hat einen neuen Index, um ihn zu messen.

Kaum ein Satz wird so oft zitiert wie der, dass Mitarbeiter das wichtigste Kapital des Unternehmens sind. Aber wer weiß eigentlich, ob dieses Vermögen wächst oder schrumpft, ob die Rendite positiv oder negativ ist?

Die Bewertung der Intangible Assets, der nicht sichtbaren Vermögenswerte eines Unternehmens, betrifft nicht nur den Personalbereich, auch der Wert einer Marke, der Wert von Marktzugängen und Vertriebswegen ist von großer Bedeutung für den Gesamtunternehmenswert - wird aber in der Bilanz mit keinem Wort erwähnt. Versuche, sie messbar zu machen, sind nicht neu. Umso desillusionierender ist es, wenn einer der Gurus des Personalcontrollings, ein Standardwerk zu dieser Thematik mit den Worten "Alle Ansätze des Human Capital Accounting sind gescheitert" eröffnet.

Aber gerade in Zeiten volatiler Absatzmärkte und Wirtschaftsstagnation nimmt der Druck auf alle Unternehmensfunktionen zu, den Beitrag zur Wertschöpfung auch glaubhaft und vor allem nachvollziehbar darzustellen.

Die Unternehmensberatung Wentner und Havranek geht hier neue Wege, die aus der Praxis kommen. Durch die Kooperation mit dem Wirtschaftstreuhänder Deloitte & Touche sind sie regelmäßig in Projekten der Human Resource Due Diligence, also der Unternehmensbewertung aus der Sicht des Personalmanagements, involviert.

HR-Index

"Mit gezielten Fragen muss man einen nachvollziehbaren und begründbaren Eindruck über die Qualität des Personalmanagements und der Schlüsselmitarbeiter des Unternehmens gewinnen", weiß Christian Havranek. "Das hat unsere Erhebungs- und Messinstrumente wesentlich geschärft, um hier dem etwaigen Käufer ein wahrheitsgetreues Bild der Intangible Assets zu geben."

Zusätzlich wurde gemeinsam mit der Firma Sora ein Messinstrument für das Ausmaß der Mitarbeiterbindung an das Unternehmen entwickelt.

"Das Besondere am HR-Index ist, dass er auch eine externe Benchmark zu Unternehmen ähnlicher und anderer Branchen ermöglicht", so Christian Havranek. Auf Basis dieser Indexkennzahlen können punktgenaue Maßnahmen für zukünftige Verbesserungen abgeleitet werden.

Einen in der europäischen Forschung einzigartigen, innovativen Weg wählten die Austrian Research Centers und publizieren heuer bereits zum dritten Mal ihre Wissensbilanz.

Hier werden die Wissensziele dieses Forschungs- und Technologiekonzerns in Kennzahlen umfassend dargestellt und über mehrere Jahre zusammenfassend interpretiert.

"Für die Austrian Research Centers", so Geschäftsführer Wolfgang Pell, "ist die Wissensbilanz die nach außen gerichtete Visitkarte für Kreativität, Kompetenz und Qualität in der Forschung."

Unternehmensintern wird sie jährlich auf einer nach dem Jahresmotto ausgerichteten Veranstaltung für die Mitarbeiter, in der auch exzellente Leistungen honoriert werden, präsentiert und dargestellt. Die Wissensbilanz können Interessierte im Internet unter www.seibersdorf.at beziehen. (Der Standard, Printausgabe, red)

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