Der Daumenklaviermeister

2. März 2002, 02:13
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Simon Mashoko, "der die Mbira mit großer Kraft spielt", wird in Wien gewürdigt

Sein Künstlername lautet "Gwenyambira", was so viel wie "der die Mbira mit großer Kraft spielt" bedeutet. Simon Mashoko gilt als Legende unter den Mbira-Virtuosen. Schließlich war er der Erste, der das afrikanische "Daumenklavier" in der christlichen Liturgie einsetzte - zu einer Zeit, als Simbabwe noch Südrhodesien hieß und christliche Missionare alles bekämpften, was mit dem Ahnenkult des Shona-Volkes in Verbindung stand. Später folgten Rundfunkaufnahmen, heute verbringt der bald 90-Jährige bei Masvingo im Süden Simbabwes seinen Lebensabend.

Im Jänner begaben sich die Linzer Künstler Werner Puntigam, Michael Pils und Klaus Hollinetz dorthin, um ihre Begegnung mit dem Musiker anschließend in Form einer multimedialen Installation aus Fotos, Videos und elektronischen Sample-Kompositionen zur reflektieren. Sie gibt Einblick in eine bewegte persönliche Biografie wie auch in ein Stück Kulturgeschichte aus dem südlichen Afrika.
(felb/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3. 3. 2002)

Galerie Habari,
Wien 6.,
Theobaldg. 16;
(01) 586 23 40,
Mo-Do 11-19;
Fr 10-19;
Sa 10-17.
Bis 2. 4.
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    foto: puntigam
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