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3. März 2002, 19:10
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Seltsam: Gegenwärtig suchen jede Menge Leute in unserem Umfeld neue Wohnungen oder bauen um usw. - Was das mit Fernsehen zu tun hat? - 2./3. März 2002

Seltsam: Gegenwärtig suchen jede Menge Leute in unserem Umfeld neue Wohnungen oder bauen ihre Wohnungen um oder denken daran, eine neue Wohnung zu mieten und diese dann so schnell wie möglich umzubauen. Was das mit Fernsehen zu tun hat? Nun, all diese Leute sind derzeit am Abend immer so müde, dass sie "leider nur noch fernsehen können", bzw. sie diskutieren derzeit mit Vorliebe eine Tatsache: Wohnzimmer sind eigentlich out - oder zumindest Wohnzimmer im klassischen Sinne, wo vor dem TV-Altar die riesige Sofalandschaft klotzt.

Fernsehen tun nicht wenige heutzutage im Schlafzimmer, also liegend, eben weil man da so gut einschlafen kann und heutzutage nicht einmal mehr durch eine Bundeshymne bei Programmschluss geweckt wird. Und "wohnen" tun die meisten Leute lieber in der so genannten Wohnküche, weil: klassischer Herdeffekt. Wärme, Behaglichkeit usw. Wer empfängt heutzutage Gäste auf dem Sofa? "Vor fünf Jahren dachten wir noch, dass man eine Ledergarnitur haben muss", klagte kürzlich eine Bekannte über diesen "klassischen Fall von Fehlinvestition": "Seit drei Monaten bin ich nicht mehr auf dieser Couch gesessen."

Was übrigens auch schon wieder out ist: offene Wohnbereiche - Vorzimmer, die in Küchen, Schlaf-und Kinderzimmer übergehen. Türen, die man auf-und zumachen kann, sind wieder im Kommen. Wer in Ruhe vor dem Fernseher liegen und einschlafen will, schätzt es nicht, wenn quasi im selben Zimmer junge Menschen vor der Playstation grölen. (cp/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2./3. März 2002)

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