Geschlossene Bücher lesen

2. März 2002, 18:32
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Das soll durch die Terahertz-Technologie realisiert werden

Leeds - Forscher der University of Leeds wollen in Zukunft Bücher lesen, ohne diese zu öffnen. Ihr Vorhaben soll durch die Terahertz-Technologie realisiert werden, die sensibel genug ist, Texte zu entziffern. Bisher wurde die Technologie vorwiegend in der Medizin eingesetzt, da das elektromagnetische Spektrum im Gegensatz zu Röntgenstrahlen für Patienten und Ärzte unschädlich ist. Um das Potenzial der neuen Technologie nutzen zu können, wurde den Forschern eine Finanzspritze von rund fünf Mio. Euro zugesagt.

Terahertz-Wellen nutzen einen anderen Bereich des elektromagnetischen Spektrums als herkömmliche Röntgenstrahlen. Dennoch ist laut Entwicklern eine Terahertz-Bildgebungs-Technologie empfindlich genug, um eine chemische Darstellung von ausgewählten Objekten untersuchen zu können und somit einen Text zu "sehen". Terahertz-Wellen lassen Moleküle vibrieren, die Frequenz der Schwingung gibt Auskunft über die anwesenden Substanzen (in diesem Fall Tinte), bzw. ob chemische Reaktionen stattfinden. "Dadurch erhöhen sich die Anwendungsfelder der Technologie", erklärte Robert Miles.

Neben der Textanalyse historischer Dokumente arbeiten die Forscher mit dem York Archeological Trust zusammen. Das Leeds-Team schießt Bilder von Gemälden und Keramiken und will mit Hilfe der Terahertz-Technologie ermitteln, was sich unterhalb des Außenanstrichs bzw. der Glasur befindet. So wollen sie feststellen, welche Substanzen verwendet wurden und Informationen über die Herstellung des Kunstwerks und die Techniken des Künstlers erhalten. Miles kann sich auch vorstellen, dass die Technologie in der Lebensmittel-Industrie Einsatz findet. Sie könnte für Analysen herangezogen werden, die den durch Chemikalien bedingten Verschleiß industriell genutzter Cellulosefasern messen. Derzeit nutzt die Industrie dafür Elektronenmikroskope. Dafür müssen Produkte aber im Vakuum aufbewahrt werden, was Untersuchungen schwierig macht. Die Terahertz-Technologie sei praktischer, besonders dann, wenn die Entwicklung tragbar wird. (pte)

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