Durchbruch in der Tuberkulose-Forschung

2. März 2002, 19:11
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Auf die Entwicklung eines universellen Heilmittels wird gehofft

London - Wissenschafter haben einen wichtigen Durchbruch im Kampf gegen Tuberkulose erzielt. Veterinärmediziner sequenzierten den bakteriellen Erreger der Tuberkulose, der jährlich bei tausenden Rinder diagnostiziert wird. Dieser ist zu 99,9 Prozent identisch mit dem menschlichen Erreger. Die Krankheit wurde aber nicht, wie ursprünglich angenommen, vom Rind auf den Menschen übertragen. Von den Ergebnissen erhofft sich die englisch-französische Forschungsgemeinschaft wertvolle Hinweise auf die Entwicklung eines universellen Heilmittels und eines Früherkennungstests für bovine Tuberkulose.

Englische und französische Forscher der UK Veterinary Laboratories Agency, des Sanger Instituts und des Institut Pasteur haben nun das gesamte Genom des pathogenen Mycobacterium bovis sequenziert und im Vergleich mit dem menschlichen Erreger Mycobacterium tuberculosis wichtige Aufschlüsse zum Verständnis der Krankheit erworben. Diese Kenntnisse wollen die Forscher nutzen, um einen universellen, bei Mensch und Tier wirkenden Impfstoff herzustellen. Drei Impfstoffe für die Behandlung der humanen Tuberkulose starten in Kürze die klinische Versuchsreihe. Weiters sollen die Ergebnisse die Entwicklung eines schnellen und effektiven Tests für die Früh-Diagnose boviner Tuberkulose ermöglichen.

In unseren Breiten erkranken jährlich nur mehr wenige Menschen an Tuberkulose. Schulkinder werden schon routinemäßig vorbeugend geimpft. In den Entwicklungsländern ist Tuberkulose jedoch immer noch ein Problem, und auch in der Rinderindustrie verursacht die Krankheit weltweit Schäden in Milliardenhöhe. (pte)

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