Robotersystem aus Seibersdorf

4. März 2002, 08:30
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Punktgenaue Steuerung eines Roboterarms für minimal invasive Eingriffe

Wien - Ein Robotersystem für minimal invasive Eingriffe - etwa Biopsien - entwickeln derzeit Wissenschafter der ARC Seibersdorf research in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biomedizinische Technik und Physik. Über eine spezielle Planungssoftware wird ein Roboterarm punktgenau gesteuert, die Eingriffe sollen so rascher und mit weniger Risiko für den Patienten durchgeführt werden können. "B-Rob I", so der Name des Gesamtsystems, wurde beim European Congress of Radiology in Wien präsentiert.

"B-Rob I" besteht aus einem mehrachsigen Roboterarm, einem Steuerungssystem, einem eigens dafür konzipierten Eingabegerät und einer medizinischen Planungssoftware. "Die Problemstellung liegt unter anderem darin, in Lokalanästhesie eine lange, dünne Punktionskanüle mit hoher Präzision durch die Haut an eine definierte Position in einem erkrankten Organ zu platzieren", so Projektleiter Gernot Kronreif. Mittels Kanüle können dann etwa Gewebeproben entnommen oder sogar kleine therapeutische Eingriffe vorgenommen werden.

Vorteile der Robotertechnik

Oft sind die betroffenen Körperregionen aber von anderen Organen verdeckt, die Kanüle muss vom Chirurgen mittels Ultraschall oder Computertomographie (CT) an Ort und Stelle vorgeschoben werden. "Gerade hier können die Vorteile der Robotertechnik ideal genutzt werden", so Kronreif. Über eine PC Planungsstation werden vor dem Eingriff Zeitpunkt und Hautdurchstichpunkt ausgewählt und die daraus berechnete Stichrichtung auf mögliche Komplikationen untersucht. Ist der - menschliche - Radiologe mit der Planung zufrieden, erfolgt die Freigabe der Daten und der Roboter positioniert eine Nadelführung entsprechend der Planungsdaten.

Ein Vorteil der Methode ist unter anderem die Tatsache, dass die Strahlenbelastung durch die CT für den Patienten möglichst gering gehalten werden kann. (APA)

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