Rauchen lässt die Zähne wackeln

5. März 2002, 12:26
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Britischer Tabakkonzern-Chef rät überhaupt zum Nichtrauchen

Düsseldorf/London - Zigarettenkonsum lässt auf Dauer die Beißerchen wackeln. Darauf haben Zahnärzte bei einem Kongress in Düsseldorf hingewiesen. Wer über einen längeren Zeitraum hinweg täglich bis zu zehn Glimmstängel raucht, habe nach jüngsten Forschungen im Durchschnitt ein dreifach erhöhtes Parodontose-Risiko, sagte Prof. Michael Noack vom Zentrum für Zahnheilkunde der Universität Köln.

Das zerstörte Immunsystem der Mundhöhle bedinge tiefere "Taschen" im Zahnfleisch, einen stärkeren Abbau des Kieferknochens und erheblich schlechtere Heilungschancen, warnte Noack. Anders als bei Nichtrauchern blieben bei Rauchern Frühwarnzeichen auf Parodontose wie Blutungen des Zahnfleischs und Schmerzen aus.

Darüber hinaus steige die Gefahr, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, bei Rauchern auf bis das Vierfache im Vergleich zu Nichtrauchern. Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum liege dieses Risiko sogar beim bis zu Fünfzehnfachen, sagten die Zahnärzte.

Tabakkonzern-Chef gegen Rauch

Der Chef des weltweit zweitgrößten Zigarettenherstellers, British American Tobacco (BAT), hat in einem Zeitungsinterview vor dem Rauchen gewarnt. "Ich denke, Rauchen ist mit Gesundheitsrisiken verbunden", sagte BAT-Chef Martin Broughton in einem am Freitag veröffentlichten Interview der britischen Zeitung "The Times".

Er selbst rauche nicht, abgesehen von einer gelegentlichen Zigarre nach dem Essen. Denn er habe Angst, durch Rauchen krank zu werden. Auch seinen beiden Kindern habe er von Zigaretten abgeraten.

Noch nie habe ein Chef eines Zigarettenherstellers sich so eindeutig gegen das Rauchen ausgesprochen, hieß es in dem Blatt. Seine Äußerungen könnten der Zeitung zufolge bei den Schadenerersatzklagen von Rauchern eine Rolle spielen, die zurzeit gegen BAT und andere Tabakkonzerne anhängig sind. (APA/Reuters/dpa)

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