Bullen an den Märkten

1. März 2002, 17:52
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Konjunkturdaten bringen internationalen Börsen sattes Wochenplus - RZB: "Robustes Wachstum" - Konjunktur- zweifel bei der Erste Bank

Wien - Die internationalen Leitbörsen haben sich in der abgelaufenen Handelswoche nach einem schwachen Start ins Jahr 2002 eindrucksvoll zurückgemeldet. Überwiegend erfreuliche Daten von der Konjunkturfront haben den europäischen Indizes fünf Tage mit Kursgewinnen beschert und den Dow Jones Industrial über die 10.000 Punkte-Marke getrieben. Die Tendenz bei den Konjunkturzahlen werde sich fortsetzen, unterstreicht Peter Schlagbauer von der Raiffeisen Zentralbank (RZB) das Einsetzen des Konjunkturfrühlings.

"Robustes Wachstum"

Denn in der RZB geht man von einem "robusten Wachstum" der US-Wirtschaft bereits im ersten Halbjahr aus. Das annualisierte Wachstum werde im ersten Quartal 2,8 Prozent erreichen und im Zweiten bei 3,2 bis 3,3 Prozent liegen, so Schlagbauer.

Der RZB-Experte hält zwar einen letzten "Ausverkauf" für möglich, um auch charttechnisch ein positiveres Bild zu schaffen. Schlagbauer empfiehlt jedenfalls, in Schwächephasen hineinzukaufen.

Erste Bank vorsichtig

Etwas vorsichtiger blicken die Experten der Erste Bank in die Zukunft. Zweifel, wonach eine deutliche wirtschaftliche Erholung nicht allzu rasch zu einsetzen werde, seien zusätzlich vom US-Notenbankchef Alan Greenspan verstärkt worden. Dieser hatte zur Wochenmitte in einer Rede die lediglich moderaten Wachstumsaussichten für 2002 hervorgehoben, vor allem im Technologiesektor sei mit einer verzögerten Erholung zu rechnen.

Positives konnten die Erste Bank-Analysten jedoch der fundamentalen Seite abgewinnen. Die Gewinnerwartungen des breiten US-Markts hätten sich in der abgelaufenen Woche neuerlich leicht verbessert, nach einem Ergebnisrückgang von 8,1 Prozent im ersten Quartal sei nun mit einem 8,6-prozentigen Gewinnzuwachs im Folgequartal zu rechnen. Unterm Strich wird in der Erste Bank eine Seitwärtstendenz an den US-Börsen erwartet.

Kurve zeigt nach oben

Jedenfalls zeigt die Performance-Kurve an allen Märkten steil nach oben. Bis 17:10 Uhr MEZ legte der DAX ein sattes Wochenplus von 7,1 Prozent auf 5.083 Punkte aufs Parkett, dem der Euro-Stoxx 50 mit seiner 6,1-prozentigen Rally auf 3.638 Einheiten nicht ganz folgen konnte. Gemächlicher erfolgte der Anstieg in New York, wo sich der Dow Jones Industrial um 2,7 Prozent auf 10.236 Einheiten verbesserte. Der Nikkei-225 beendete die Handelswoche mit 10.812 Punkten um 4,4 Prozent über dem Vorwochenschluss. (APA)

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