Kolumbien erklärt Teile des Südens zum Kriegsgebiet

1. März 2002, 17:12
posten

Umfrage: Mehrheit unterstützt Abbruch der Friedensgespräche mit FARC-Guerilla

Bogota - Kolumbiens Regierung hat weite Teile des Südens des Landes zum Kriegsgebiet erklärt und Belohnungen für die Ergreifung mutmaßlicher Rebellenchefs ausgesetzt.

Die Regierung gab der Armee am Donnerstag (Ortszeit) besondere Vollmachten in dem Gebiet, das bis auf 75 Kilometer an Kolumbiens Hauptstadt Bogota heranreicht. Auch die frühere Enklave der FARC-Rebellen gehört dazu. Kolumbiens Präsident Andres Pastrana hatte in der vergangenen Woche die Friedensgespräche mit den Rebellen abgebrochen. Er wies die Armee an, die von der FARC kontrollierte Zone zurückzuerobern. Für die Ergreifung der mutmaßlichen Rebellenchefs setzte die Regierung eine Belohnung von umgerechnet rund 500.000 Euro aus.

Offensive der Armee

Mit Unterstützung von Luftangriffen hatte die kolumbianische Armee eine Offensive begonnen, um die von den Rebellen kontrollierte Zone zurückzugewinnen. Pastrana hatte den Rebellen das dünn besiedelte Gebiet von der Größe der Schweiz vor drei Jahren überlassen, um die Friedensgespräche zu erleichtern.

Die Rebellen haben sich nun in den Dschungel zurückgezogen, verüben aber von dort aus Anschläge auf die Stromversorgung des Landes. Mehr als 50 Dörfer im Süden sind ohne Strom. "Wir sollten uns auf die Möglichkeit einstellen, dass es größere terroristische Anschläge geben wird", sagte Pastrana am Donnerstag in einer Fernsehansprache.

Meinungsumfragen zufolge unterstützt die Mehrheit der Kolumbianer den Abbruch der Friedensgespräche. (APA/Reuters)

Share if you care.