Proteste gegen Liquidierung des Mobilfunkbetreibers Blu in Rom

1. März 2002, 17:01
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Whampoa-Tocher H3G dementiert Interesse an vollständiger Übernahme

Rund 1.500 Angestellte von Italiens krisengeschütteltem Mobilfunkbetreiber Blu haben am Freitag in Rom gegen die Liquidierung des Unternehmens demonstriert. Die Angestellten, die um ihren Arbeitsplatz bangen, zogen durch die Innenstadt und forderten die Rettung des viertstärksten Mobilfunkbetreibers des Landes. Am Freitag Abend ist ein Treffen mit Telekommunikationsminister, Maurizio Gasparri, geplant.

Minister versprach Rettung der Arbeitsplätze

Der Minister versprach, sich um die Rettung Arbeitsplätze zu bemühen, gab jedoch zu, dass das Unternehmen nicht in der Lage sei, der Konkurrenz in der Mobilfunkbranche Stand zu halten. "Wir müssen uns daher über die bisherige Verwaltung des Unternehmens Gedanken machen, so Gasparri".

"Nicht an volständiger Übernahme interessiert"

Das Telekom-Konsortium H3G unter Kontrolle des chinesischen Telekommunikationskonzerns Hutchison Whampoa dementierte, an einer 100-prozentigen Übernahme von Blu interessiert zu sein, wie italienische Medien in den vergangenen Tagen gemeldet hatten. Das Konsortium sei allerdings an einer Teilübernahme interessiert. Auch die Telecom Italia und die Vodafone-Mobilfunktochter Omnitel sind an einer Teilübernahme von Blu interessiert.

Blu steht unter mehrheitlicher Kontrolle der italienischen Autobahngesellschaft Autostrade Italiane, die eine 32-prozentige Beteiligung hält. Zweitgrößter Aktionär ist die British Telecom mit 29 Prozent. Die Benetton-Familie hält an Blu über ihre Edizione Holding neun Prozent. Dem Unternehmen droht die Liquidierung, sollte kein Käufer mit einer neuen Strategie Blu zum Überleben verhelfen.(APA)

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