Irak will britische Inspektoren ins Land lassen

1. März 2002, 16:18
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Verteidigungsminister Hoon skeptisch

Bagdad - Großbritannien soll Irak die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen beweisen. Zu diesem Zweck werde die Regierung britische Inspektoren ins Land lassen, erklärte ein irakischer Regierungssprecher am Freitag in Bagdad. "Der Irak ist bereit, gleich jetzt ein von Premierminister Tony Blair entsandtes und von Medienvertretern begleitetes britisches Team zu empfangen, um der Welt zu zeigen, wo und wie der Irak solche Waffen entwickelt", wurde der Sprecher von der Zeitung "El Thaura" zitiert.

Der britische Verteidigungsminister Geoffrey Hoon äußerte sich skeptisch über das irakische Angebot. In der Rundfunk- und Fernsehanstalt BBC erinnerte Hoon am Freitag daran, dass Bagdad es bisher strikt abgelehnt hat, Waffeninspektoren der Vereinten Nationen ins Land zu lassen. Der Irak hat bisher die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen stets bestritten, aber es wegen der amerikanischen und britischen Luftangriffe seit Dezember 1998 auch abgelehnt, die UNO-Inspektoren wieder ins Land zu lassen.

Beobachter vertreten die Ansicht, dass das irakische Angebot eine Reaktion auf die Worte Blairs vom Donnerstag sein könnten, als dieser erklärte, der irakische Besitz von Massenvernichtungswaffen stelle eine Bedrohung der ganzen Welt dar. (APA/AP)

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