RHI muss zwei Isolierstofftöchter noch einmal verkaufen

1. März 2002, 16:05
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Vereinbarter Kaufpreis konnte nicht bezahlt werden

Wien - Der börsenotierte RHI-Konzern muss zwei Tochtergesellschaften seines Isolierstoffbereichs noch einmal verkaufen. Villas Austria und Villas Hungaria, jeweils Marktführer in ihren Ländern, mit zusammen rund 60 Mill. Euro Umsatz und 300 Mitarbeitern, die im Rahmen eines Management-Buy-out mit der gesamten Isolierstoffgruppe Vedag-Villas im März 2001 verkauft wurden, werden wegen unbeglichener Forderungen zurückgenommen und wieder in die Heraklith eingegliedert. Die MBO-Gruppe um Georg Khevenhüller-Metsch konnte den vereinbarten Kaufpreis nicht voll bezahlen, sagte RHI-Vorstandsmitglied Roland Platzer.

Wieviel mit der komplizierten MBO-Konstruktion an Heraklith geflossen ist, wurde nicht bekanntgegeben. Schätzungen gehen von einem Kaufpreis von 35 Mill. Euro aus, von denen rund 10 Mill. Euro offen geblieben sind. RHI hatte im Vorjahr Vedag-Villas mit zusammen 655 Mitarbeitern an acht Standorten und 171 Mill. Euro Umsatz abgegeben. Heraklith nimmt jetzt die beiden Isolierfirmen zum Buchwert zurück und gleicht offene Forderungen aus. Einen dann noch verbleibenden Restbetrag müssen die MBO-Käufer in Raten abstatten. Bankschulden hätten die beiden Villas-Firmen keine, doch sei für diese der Forderungsausgleich für die Erstellung eines Business-Plans notwendig, sagte RHI Finanzvorstand Eduard Zehetner.

"Nicht ganz gelungen"

Der Käufer hätte einen Teil des Kaufpreises für die beiden Villas-Firmen über Equity-Fonds finanzieren wollen, was "nicht ganz gelungen" sei. Villas Austria und Villas Hungaria stünden sofort wieder zum Verkauf, "wann immer der Preis stimmt", sagte Platzer. Beide Unternehmen, mit je einem Standort in Österreich und in Ungarn, seien "über der Nulllinie", also positiv unterwegs und demnach keine Sanierungsfälle, gehörten aber weiterhin nicht zum Kernbereich des RHI-Konzerns. (APA)

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