Ortsnetz-Entbündelung geht nur langsam voran

1. März 2002, 15:59
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EU-Kommission kritisiert Benachteiligung alternativer Telekommunikationsanbieter

Die Entbündelung des Ortsnetzes geht laut einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie nur unzureichend voran. Als Konsequenz ruft die Kommission die EU- Mitgliedstaaten zur aktiven Unterstützung des Entbündelungsprozesses auf und erwägt Maßnahmen gegen jene Unternehmen, die ihre beherrschende Stellung missbrauchen.

Grundlegendes

Die Entbündelung – die Gewährleistung des Zugangs von privaten Telefonanbietern zu bestehenden Anschlüssen – stellt die Grundlage für die Entwicklung des Wettbewerbes am Telekommarkt dar. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass Neuanbieter, welche Kupferkabelleitungen von den ehemaligen Monopolbetreibern für ihre eigenen Leistungen mieten wollen, im Wettbewerb klar benachteiligt werden.

Zu hohe Mieten

Vor allem hohe Mieten und hohe Gebühren für die Begleitung beim Zugang zu den Betreiberanlagen sowie der Zwang, eigene Räumlichkeiten für ihre Ausrüstung einzurichten, werden von den alternativen Telekommunikationsanbietern beklagt. Generell sei der Widerwille der marktbeherrschenden Betreiber gegen die Öffnung ihrer Anlagen und Einrichtungen zu spüren. Daher zieht die Kommission ein Vorgehen gegen die ehemaligen Monopolisten, deren Verhalten bei der Ortsnetz-Entbündelung dem Missbrauch einer beherrschenden Stellung gleichkommt, in Betracht. (pte)

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