SFOR nahm bisher 18 mutmaßliche Kriegsverbrecher fest

1. März 2002, 15:06
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Erste Operation endet 1997 mit Misserfolg

Belgrad - Die internationale Bosnien-Friedenstruppe SFOR hat bisher 18 bosnisch-serbische Kriegsverbrecher festgenommen und an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt. Die erste SFOR-Aktion gegen Kriegsverbrecher ging am 10. Juli 1997 allerdings zum Teil schief. Der einstige Kriegskommandant von Prijedor, Simo Drljaca, wurde bei der versuchten Festnahme getötet. Sein einstiger Komplize Milan Kovacevic hingegen wurde aufgegriffen und an das Haager Tribunal überstellt.

Das Parlament der bosnischen Serben regelte im vergangenen September die Zusammenarbeit mit dem Tribunal gesetzlich. Demnach sollen die bosnisch-serbischen Polizeikräfte für die Festnahmen von mutmaßlichen Kriegsverbrechern zuständig sein. Bisher haben sie allerdings keine einzige Festnahme vorgenommen.

In den frühen Morgenstunden...

Die Belgrader Tageszeitung "Glas javnosti" berichtet, dass die SFOR-Operationen bisher in der Regel in den frühen Morgenstunden erfolgten. Der frühere bosnisch-serbische Präsident Momcilo Krajisnik wurde im April 2000 sogar im Schlafanzug aus seinem Haus in der einstigen Serbenhochburg Pale abgeführt. Die Festnahme eines der festgenommenen bosnischen Serben, Stevan Todorovic, soll im Frühjahr 2000 auf Ersuchen der SFOR von einer Söldnergruppe in der serbischen Grenzregion vorgenommen worden sein.

Im Tribunalsgefängnis in Scheveningen befinden sich 13 Häftlinge, die von lokalen Polizeikräften ihrer Heimatstaaten festgenommen worden sind. Eine Anzahl von Angeklagten, darunter die einstige bosnisch-serbische Präsidentin Biljana Plavsic, stellte sich dem Tribunal freiwillig. Sie wurde anschließend bis zu Prozessbeginn freigelassen. (APA)

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