"tele.ring und Telekom sind nicht dasselbe"

1. März 2002, 15:08
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Einstweilige Verfügung gegen Keilermethoden erwirkt - tele.ring: "Ausreißer" schon lange unter Kontrolle - Einspruch eingelegt

Die Telekom Austria hat in einer Pressemitteilung mitgetelt, dass das Oberlandesgericht Wien dem Antrag der Telekom Austria stattgegeben hat und gegenüber tele.ring eine Einstweilige Verfügung erlassen habe. Daher soll es dem Mitbewerber in Zukunft untersagt sein, bei der Anwerbung von Kunden folgende Äußerungen zu verwenden (Original aus der Presseaussendung):

"man komme "von der Post"
"im Auftrag der Telekom"
man sei "Mitarbeiter der Telekom" oder "der Post"
man würde "im Auftrag der Telekom Telefongespräche abwickeln"
man vertreibe "ein neues günstigeres Produkt der Telekom"
mehrere Telefonbetreiber bzw. tele.ring und "Telekom" hätten sich "zusammengeschlossen"
"tele.ring und Telekom" sei "dasselbe"
man mache "eine Registrierung für die Telekom"."

Weiters sei tele.ring untersagt worden, mit nicht aktuellen Tariflisten der Telekom Austria zu werben sowie eine Verbindungsnetzbetreiber-Vorauswahl zu beantragen, ohne dass hierzu eine Zustimmung des Kunden vorliege. Die einstweilige Verfügung sei "vollstreckbar", hieß es weiter. Dies habe zur Folge, das bei Nichteinhaltung der Verfügung, tele.ring mittels Exekutionsstrafen zur Einhaltung derselben gezwungen werden könne.

tele.ring: "Ausreißer" schon lange unter Kontrolle, Einspruch eingelegt

Der Internet- und Mobilfunkbetreiber tele.ring hat gegen die einstweilige Verfügung in Bezug auf den Vertriebszweig "Haustür-Geschäft" Einspruch eingelegt. Die einstweilige Verfügung beziehe sich zum Großteil auf Beschwerdefälle aus der Vergangenheit, die sich vor mehr als einem Jahr ereignet hätten. "Wir haben das Problem schon seit langem unter Kontrolle. Die einzelnen Ausreißer haben wir im Laufe des Vorjahres eingefangen", sagte tele.ring-Sprecher Walter Sattlberger.

Klage schon vor 14 Monaten eingebracht

Die Klage der Telekom Austria in dieser Causa sei bereits vor rund 14 Monaten eingebracht worden. Die unlauteren Werbemethoden seien in der Eigenverantwortung von einigen wenigen Außendienstmitarbeitern gelegen. Dabei habe es sich um Angestellte der Firma Zeta Vertriebs GmbH, an die tele.ring seinen Vertriebszweig ausgelagert habe, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Harte Konsequenzen"

tele.ring hat nach eigenen Angaben die Vorfälle "mit harten Konsequenzen verfolgt". Außerdem habe man dem Problem mit intensiven Schulungen und neuen Kontrollsystemen entgegengewirkt, sagt Sattlberger. Sämtliche Kundenberater seien außerdem angewiesen, tele.ring-Kleidung zu tragen, sich als tele.ring-Partner zu deklarieren und einen tele.ring-Ausweis vorzuweisen.

Das Haustür-Geschäft hat tele.ring insgesamt 60.000 neue Kunden gebracht. "Wir haben uns bewusst für diesen Vertriebszweig entschieden, um mit den Kunden direkt in Kontakt zu kommen", so Sattlberger.(APA/red)

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