Gesunde Ernährung gegen Erblindung

1. März 2002, 13:58
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Altersbedingter Makuladegeneration kann so vorgebeugt werden

Bonn - Mit gesunder Ernährung können Senioren der so genannten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) vorbeugen. Diese Erkrankung im Zentrum der Augennetzhaut ist in Industriestaaten mittlerweile die häufigste Ursache für Erblindung bei älteren Menschen, wie die Deutsche Seniorenliga in Bonn berichtet. 20 Prozent der 65- bis 74-Jährigen und sogar 35 Prozent der 75- bis 84 Jährigen leiden an AMD.

Bei den Betroffenen sterben nach und nach die Sinneszellen in der Makula ab, dem Zentrum der Netzhaut und Ort des schärfsten Sehens, wie die Experten berichten. Verzerrungen, dunkle Flecken im Blickfeld und eine verschwommene Bildwahrnehmung seien die Folgen dieses nach wie vor unheilbaren Leidens. Die Behandlungsmethoden zielten daher nur darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder wenn möglich zu stoppen.

Vorbeugung sehr wichtig

Eine besondere Bedeutung komme daher der Vorbeugung zu, betont die Seniorenliga: "Wer auf Zigaretten verzichtet, sich ausgewogen und vitaminreich ernährt sowie seine Augen vor intensiver Lichteinstrahlung schützt, kann dazu beitragen, dass seine Sehschärfe bis ins hohe Alter erhalten bleibt." Zwar ist die Ursache der AMD noch nicht endgültig geklärt, doch weisen einige Studien auf einen Zusammenhang mit dem Mangel an bestimmten Mikronährstoffen hin. Dazu zählen Carotinoide, Vitamine, Spurenelemente und Fettsäuren.

Besonders hoch konzentriert seien in einer gesunden Makula die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, erklären die Fachleute. Diese augenfreundlichen Mikronährstoffe schützten die Sinneszelle vor energiereichem blauen und ultravioletten Licht sowie freien Radikalen, die bei Stoffwechselvorgängen im Körper oder bei Lichteinstrahlung entstehen und die Zellen schädigen könnten. AMD-Patienten wiesen oftmals eine zu geringe Konzentration an diesen beiden Carotinoiden, aber auch an Vitamin C und E sowie Zink auf. Senioren sollten daher besonders darauf achten, diese Substanzen in ausreichender Menge aufzunehmen.

Tücken

Das Tückische an der Makuladegeneration ist ihr schleichender Verlauf. Sie verursacht keine Schmerzen, so dass die Patienten den ersten Symptomen häufig nicht die nötige Beachtung schenken. Daher sollte jeder, der verschwommene Flecken im Schriftbild wahrnimmt, zunehmend Schwierigkeiten beim Lesen hat oder regelmäßige Muster wie Badezimmerkacheln verzerrt sieht, umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. (APA/AP)

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    foto: photodisc
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