Im Mai spricht Papst erste Brasilianierin zur "Heiligen"

1. März 2002, 15:02
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Die Tochter österreichischer Emigranten gründete den Orden der "Kleinen Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis"

Papst Johannes Paul II. wird am 19. Mai in Rom eine "Altösterreicherin" heilig sprechen: Mutter Paulina do Coracao Agonizante de Jesus, Gründerin des brasilianischen Ordens der "Kleinen Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis". Die Ordensgründerin ist die erste brasilianische Heilige, wie Kathpress berichtet.

Spitals- und Ordensgründung mit 25 Jahren

Gemeinsam mit einer Freundin gründete das Mädchen als 25-jährige ein kleines Spital und eine neue Kongregation, die 1895 vom Ortsbischof anerkannt wurde. Die Schwestern widmeten sich vor allem der Sorge um altgewordene ehemalige SklavInnen (die Sklaverei war in Brasilien erst wenige Jahre zuvor offiziell abgeschafft worden) und schwarze Waisenkinder. Als 1900 die römische Genehmigung für die neue Schwesternkongregation eintraf, wurde Mutter Paulina zur Generaloberin gewählt, aber bereits neun Jahre später, angeblich auf Grund von Intrigen, wieder abgesetzt.

Bis zum Tod als einfache Schwester tätig

Volle weitere 33 Jahre - bis zu ihrem Tod 1942 - arbeitete Mutter Paulina als einfache Schwester im Ordensspital in Braganca Paulista in der Küche, im Garten und in der Krankenpflege. 1934 wurde sie zuckerkrank, was zu völliger Erblindung und zur Amputation des rechten Arms führte. Die Ordensgründerin, die über keine systematische Bildung verfügte, hinterließ spirituelle Schriften, die stark von der Gedankenwelt des Heiligen Ignatius geprägt sind: Die Begegnung mit den Jesuiten hatte ihre "missionarische Berufung" wesentlich beeinflusst.

Papst Johannes Paul II. hatte Mutter Paulina vor elf Jahren, im Zuge seiner damaligen Brasilienreise, am 18. Oktober 1991 in Florianopolis selig gesprochen.

(apa)

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