HV-Führung verteidigt höhere Ausgaben

1. März 2002, 15:05
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Kandlhofer: Gute Arbeit maßgeblich - Gleitsmann: Alte und neue Gremien nicht vergleichbar

Wien - Im Hauptverband der Sozialversicherungsträger verteidigt man die höheren Personalkosten durch die Reform im vergangenen Jahr. Der Sprecher der Geschäftsführung, Josef Kandlhofer, meinte gegenüber der Mittags-"ZiB", die neuen Gremien würden gute Arbeit leisten und das sei maßgeblich.

Vizepräsident Martin Gleitsmann verwies darauf, dass manche Gremien wie die Hauptversammlung einfach größer geworden seien. Im Vergleich zur früher tätigen Verbands-Konferenz seien nunmehr alle Träger vertreten: "Ich würde sagen, die neue Situation ist gerechter".

Gleitsmann: Alte und neue Gremien nicht vergleichbar

Für eine Versachlichung der Debatte um die Mehrkosten für die neuen Gremien des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger plädiert Vizepräsident Martin Gleitsmann. Im Zuge der Umstrukturierung des Hauptverbands hätten sich auch die Aufgaben der Gremien verändert. Man könne die neuen Gremien deshalb nicht mit den alten vergleichen, sagte Gleitsmann am Freitag im Gespräch mit der APA. Auch Hauptverbandssprecher Josef Kandlhofer sieht die Diskussion "gelassen". Die Erfolge bei der Reduzierung des Defizits würden für die Richtigkeit des Systems sprechen.

"Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen", sagte Gleitsmann. Beim Umbau des Hauptverbandes sei schließlich auch eine neue Controllinggruppe oder das Sozial- und Gesundheitsforum geschaffen worden, womit der Vergleich mit den früheren Strukturen nicht möglich sei. Auch in der Hauptversammlung seien jetzt alle Sozialversicherungsträger vertreten, was er begrüße. Deren Vorläuferinstitution, die Verbandskonferenz, hätte zwar weniger Mitglieder umfasst, sei aber "selektiv nach politischen Mehrheiten" zusammengesetzt gewesen. Da dort aber über grundlegende Konzepte und Richtlinien entschieden werde, sollten auch alle Sozialversicherungsträger vertreten sein, meinte Gleitsmann.

Die Höhe der Aufwandsentschädigungen würde sich gänzlich dem Einfluss des Hauptverbandes entziehen. Diese werde vom Gesetzgeber bzw. von Sozialminister Herbert Haupt per Verordnung fixiert. Er nehme an, dass sich der Gesetzgeber "etwas dabei gedacht hat", sagte Gleitsmann.

Kandlhofer verwies darauf, dass der Hauptverband gesetzlich verpflichtet sei, die Verwaltungskosten für 2003 auf dem Niveau von 1999 einzufrieren. Bei den Kosten für die Führungsgremien müsse man sich auch die Qualität der geleisteten Arbeit ansehen. Der Verwaltungsrat koste zwar unter dem Strich mehr, da es aber bereits gelungen sei, das Defizit des Hauptverbandes auf rund 145 Mill. Euro zu senken, spreche das "für die Richtigkeit der Sache". (APA)

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