Intel: Jeden Chip drahtlos vernetzen

2. März 2002, 18:32
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Mobiltelefone könnten auf die Größe eines Ohrrings schrumpfen

San Francisco - Intel will in den kommenden zehn Jahren alle wichtigen Mikroprozessoren mit einer Mobilfunk-Komponente ausstatten. "Wir sehen einen Zeitpunkt, wo in jedem Chip aus unserer Produktion ein Radio steckt. Das wird drahtlose Kommunikation allgegenwärtig machen", sagte der Technologie-Chef des Chipgiganten, Patrick Gelsinger, am Donnerstag (Ortszeit) auf dem Entwicklerforum seines Unternehmens in San Francisco. Die Einbettung des Mobilfunks in gängige Mikroprozessoren könne Mobiltelefone auf die Größe eines Ohrrings schrumpfen lassen.

Kommunizierende Sensoren

Im Zusammenspiel mit neuartigen Netzwerktechnologien könnten Sensoren entwickelt werden, die eigenständig kommunizieren und Änderungen in der Umgebung melden können. "Daraus könnte zum Beispiel eine intelligente Bettdecke für Babys entstehen, die ständig den Gesundheitszustand des Kleinkindes beobachtet und bei kritischen Zuständen Alarm schlägt", sagte Gelsinger. Vorstellbar sei auch, Pflanzen wie einen Weinstock mit einem Chip zu versehen, der eigenständig die Zufuhr von Wasser und Dünger steuere.

Nach Ansicht von Gelsinger wird sich die Leistungsfähigkeit der Mikroprozessoren auch in den kommenden Jahrzehnten so dynamisch entwickeln wie in der Vergangenheit. "Moore's Law", das nach dem Intel-Mitbegründer Gordon Moore benannte Gesetz, wonach sich die Leistung eines Chips alle 18 bis 24 Monate verdoppelt, gelte weiterhin. "Bis ich in 25 Jahren in Rente gehen werde, wird Moore's Law weiter Gültigkeit haben."

Entscheidende Fortschritte in der Chipindustrie erwartet der "Chief Technology Officer" von Intel auch vom Verschmelzen der traditionellen Siliziumtechnologie mit der Lasertechnologie. Dadurch könnten die Kosten von Hochgeschwindigkeits-Kommunikationsverbindungen dramatisch reduziert werden. (APA)

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