Konjunkturfrühling verspätet sich

1. März 2002, 13:31
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BA/CA-Einkaufmanager - index schwach

Wien - Österreichs Industrie dürfte zwar die konjunkturelle Talsohle durchschritten haben, eine dynamische Erholung scheint aber noch nicht in Sicht. "Derzeit spürt die Industrie den Konjunkturfrühling noch nicht", so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe (BA/CA), am Freitag in einer Presseinformation. Die weltwirtschaftlichen Stimmung kündige jedoch eine Trendwende bei Produktion und Beschäftigung an und sollte sich in den nächsten Monaten auch in Österreich bemerkbar machen.

Obwohl der BA/CA-Einkaufmanagerindex im Februar mit 45,7 Punkten den Vormonatswert (Jänner: 44,5) bereits das dritte Mal in Folge übertreffen konnte, signalisiert er nun bereits seit zehn Monaten mit Werten unter 50 Einheiten die Erwartung von weiteren Produktionsrückgängen seitens der Einkaufmanager. Ebenso zeigten sich die Subindizes für Auftragseingang (46,9), Produktion (46,8) und Beschäftigung (42,7) unter der 50 Punkte-Marke.

Nachfrage unbefriedigend

Begründet wird dieser Pessimismus mit der weiterhin unbefriedigenden Nachfrage, vor allem aus dem Ausland. "Die sich verbessernde Konjunkturstimmung in Europa und die Erholung in den USA hat sich bisher noch nicht auf die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern ausgewirkt", so Kager.

Wenig rosig stellt sich auch die Beschäftigungssituation in Österreichs Industrie für die BA-Expertin dar. Über Kostensenkungen würden Beschäftigung und die Lagerbestände weiter abgebaut. Selbst wenn sich die Intensität dieser Entwicklung abschwäche, sei noch keine deutliche Trendumkehr erkennbar. (APA)

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