Leitl hofft auf Umsatzverdoppelung im E-Commerce 2002

1. März 2002, 12:54
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E-Governement soll Digitale Signatur vorantreiben

Wien - Vier Millionen Österreicher, rund 50 Prozent der Gesamtbevölkerung, surfen derzeit im Internet. Rund 40 Prozent davon kaufen auch regelmäßig im Internet ein und haben auf diese Weise im vergangenen Jahr 8,2 Mrd. Euro Umsatz generiert. Insgesamt waren das 2,5 Prozent aller heimischen Umsätze. Im heurigen Jahr soll sich die Erlöse im österreichischen Internethandel auf 16,4 Mrd. Euro verdoppeln, hoffte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl beim dritten E-Day, einer Internet-Informationsveranstaltung für Unternehmen, am Freitag.

Kräftig pushen soll nach Ansicht Leitls den heimischen E-Commerce die sichere digitale Signatur, die im Internet die handschriftliche Unterschrift ersetzen soll. 44 Prozent der Internetnutzer kaufen aus Gründen der Datensicherheit nicht im Internet ein. Dieser Vorbehalt könnte mit der digitalen Signatur ausgeräumt werden. Damit bestehe ein Potenzial von 1,8 Mill. Österreichern für den Interneteinkauf, rechnet Leitl. Auf Unternehmensseite hofft der WKÖ-Präsident bis Ende 2002 mit 100.000 vergebenen Signaturen.

E-Government

Den Einsatz der digitalen Signatur an sich vorantreiben sollen aber vor allem Anwendungen in der elektronischen Verwaltung (E-Governement). Ab diesem Monat wird die elektronische Gewerbeanmeldung möglich sein. Auch bei der Strafregisterbescheinigung soll die digitale Signatur in Kürze eingesetzt werden. Ab 2004 soll die Ausstellung von Reisepass und Führerschein via Internet abgewickelt werden können, ab 2005 schließlich fast alle Dienstleistungen und Amtswege, erklärte Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) am Freitag vor Journalisten.

Einkommenssteuer via Internet

Ab 1. Jänner 2003 soll auch die Lohn und Einkommenssteuererklärung via Internet möglich werden. Steuererklärung für 2002 könnten dann vom Wohnzimmer aus abgeben werden. "Das wird dann sicher vielmehr Spaß machen", meint Riess-Passer.

Neben dem "Spaßfaktor" für den Bürger soll E-Government aber auch deutliche Einsparungen für die Verwaltung bringen. Wirtschaftskammer-Präsident Leitl schätzt unter Berufung auf den zuständigen EU-Kommissar Likkanen, dass mit E-Government bis zu 20 Prozent der Verwaltungskosten eines Landes eingespart werden könnten. Auf Österreich umgelegt würde dies einen Potenzial von 7 Mrd. Euro bedeuten, schätzt Leitl.

Sigitale Signatur

Die sichere digitale Signatur, ein vielstelliger Code, wird auf einer Chipkarte gespeichert und mittels PIN-Code und Lesegerät auf den Computer übertragen. Seit Freitag bietet zwei Unternehmen eine solche sichere Signatur nach dem österreichischen Signaturgesetz an. Nach der Datakom-Tochter A-Sign, die bereits vor Anfang Februar mit der sicheren Signatur gestartet ist, bietet ab Freitag auch A-Trust, ein Konsortium rund um Österreichs Banken, die Wirtschaftskammer Österreich, die Notariatskammer und die Telekom Austria, solche Signaturkarten an. (APA)

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