Teamchefs setzen auf Sparkurs

1. März 2002, 13:18
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Verschiedene Möglichkeiten zur Kostensenkung stehen zur Debatte

Melbourne - Die Formel 1 will einen Sparkurs einschlagen. Max Mosley, der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), hat in einem Schreiben an die elf Teamchefs Reformen vorgeschlagen, um die hohen Kosten zu reduzieren. Viele Teamchefs bekräftigten in Melbourne vor dem Großen Preis von Australien, dass Einsparungen im Interesse der Formel 1 nötig seien. Sie wollen sich am 19. März nach dem Großen Preis von Malaysia in Paris mit dieser Problematik beschäftigen. In dieser Saison sollen die Etats der elf Rennställe zusammen etwa zwei Milliarden Dollar (2,31 Mrd. Euro) betragen.

Promotion statt Freitagtraining?

Wie in Melbourne bekannt wurde, soll nach Mosleys Vorstellungen von der kommenden Saison an nur noch ein Motor pro Rennwagen und Grand-Prix-Wochenende erlaubt sein. Sollte ein Triebwerk kaputt gehen, könnte das Team ein zweites einsetzen, müsste dafür aber eine Zeitstrafe und Zurückstufung in der Startaufstellung hinnehmen. Zudem soll künftig das Freie Training am Freitag durch einen so genannten Promotionstag ersetzt werden.

Verschiedene Wege führen zum Ziel

"Wir wollen die Kosten senken", erklärte Ferrari-Sportdirektor Jean Todt am Freitag, "es ist aber zu früh, dazu etwas zu sagen. Es gibt verschiedene Wege. Wir werden das in Paris besprechen." Williams-Besitzer Frank Williams sprach sich ebenfalls für Einsparungen aus. Mosleys Vorschläge seien korrekt, müssten aber diskutiert werden. "Es ist ein Problem für die Hersteller, die die Motoren liefern", sagte er. Toyota-Teamchef Ove Andersson bezeichnete die geplante Begrenzung als "eine gute Idee". Er persönlich halte aber nur ein Triebwerk für ein ganzes Rennwochenende für zu wenig.

20 Prozent Einsparung sind realistisch

BAR-Boss Dave Richards bezeichnete die Reformvorschläge als "sehr vernünftigen Schritt vorwärts". Speziell die kleineren Teams würden mit großen finanziellen Problemen kämpfen. "Wir müssen einige Kosten deckeln. Das berührt den Wettbewerb nur leicht." Der Australier Paul Stoddart plädierte als Besitzer des vergleichsweise armen Minardi-Teams für starke Einsparungen. "Das ist besser für die kleinen Rennställe. 20 Prozent sind realistisch." Es wäre doch spannend, wenn Michael Schumacher nach einem Motorschaden vom 16. Platz aus ins Rennen gehen müsste und sich dann nach vorne kämpfen würde. (APA/dpa)

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