Steinigung wegen Schwangerschaft soll abgewendet werden

1. März 2002, 13:14
2 Postings

Amnesty versucht zum Tode verurteilte Frau zu retten

Weil Safiya Yakubu Husseini - eine geschiedene Frau - ein Kind gebar, wurde sie wegen Ehebruch in erster Instanz zum "Tod durch Steinigung" verurteilt. Dieses absurde Urteil wurde im Zusammenhang mit der Scharia (Islamisches Recht) ausgesprochen, die im Januar 2000 in einigen Nordstaaten Nigerias eingeführt wurde. Laut ihr kann Ehebruch mit dem Tod bestraft werden. Seit der Einführung der Scharia kommen Bestrafungen wie Amputation, Steinigung und Auspeitschung in manchen Teilen Nigerias immer wieder vor.

Steinigung

Die Verurteilte wird in einen Graben gestellt, bis zur Körpermitte eingraben und schließlich von den Einwohnern ihres Dorfes zu Tode gesteinigt. Momentan ist Safiya in ihrem Haus eingesperrt, wo sie ihr Kind stillt, das zum Synonym der Todesstrafe geworden ist.

Da Safiya Husseini gegen die erste Verurteilung Beschwerde eingelegt hat, ist der Entscheid der Steinigung noch nicht definitiv. Gemäss aktuellen Informationen soll am 18. März ein zweites Gerichtsurteil getroffen werden. Wenn das Todesurteil bestätigt wird, kann Syfiya Husseini noch bei nationalen gerichtlichen Instanzen vorsprechen. Als letzte Instanz hat der Provinzgouverneur das Recht, die Todesstrafe zu widerrufen.

Wenn Sie sich für Safiya Hussaini einsetzen möchten, können Sie Briefe zu ihren Gunsten bzw. zu anderen wichtigen Menschenrechtsanliegen an den nigerianischen Botschafter in Österreich senden (Adresse siehe unten). Sie können dort folgende Punkte aufnehmen, für welche sich amnesty international einsetzt:

Die nigerianischen Behörden werden aufgefordert,

- von der Steinigung der Betroffenen abzusehen und die Todesstrafe generell abzuschaffen, grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafen, wie zum Beispiel Auspeitschen, Amputationen oder Steinigung, abzuschaffen, da diese gegen internationale Abkommen verstoßen,

- sich dafür einzusetzen, dass Gerichtsprozesse fair verlaufen

Die von Ihnen verfassten Briefe sollten höflich formuliert sein. Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo, welcher selbst nicht Moslem ist, hat sich bereits gegen die Anwendung der Steinigung ausgesprochen.

Sie könnten Ihren Brief zum Beispiel damit beginnen, dass Sie den früheren Beschluss der nigerianischen Regierung würdigen, welche das Urteil im Fall von Frau Hafsatu Abubakar aufhob, die wegen vorehelichem Geschlechtsverkehr und Ehebruch zur Auspeitschung oder zum Tode hätte verurteilt werden sollen.

Nachfolgend der Textvorschlag von AMnesty International:

Seine Excellenz Herr Abdulkadir Bin Rimdap Botschafter der Bundesrepublik Nigeria

Rennweg 25 1030 Wien Fax: 01/714 14 02

Vienna, March 1, 2002

Your Excellency,

I was shocked to hear of the case of Safiya Yakubu Hussaini who has been sentenced to be stoned to death because of "adultery". Please forward to your government my URGENT request that the death sentence against her is not carried out, and that her case is reviewed in the current appeal process, due on March 18, 2002, under full guarantees of fair trial.

Furthermore, I call upon your government to take all the necessary steps to ensure freedom from discrimination and to protect people against cruel, inhuman and degrading punishments including the death penalty. Punishments such as stoning, flogging or amputation constitute cruel, inhuman and degrading treatment and contravene international human rights standards. They violate many international human rights instruments ratified by Nigeria, including the UN Convention of the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women, the UN Convention Against Torture and the International Covenant on Civil and Political Rights.

Please take immediate action on this case to save the life of Safiya Yakubu Hussaini and to guarantee the human rights of all Nigerians.

Yours sincerely,

amnesty international Österreich

Moeringgasse 10
A - 1150 Wien

Email

Amnesty Österreich online

Spendenkonto: PSK 1.030.000

Bankleitzahl 60.000
Share if you care.