Heimische Gaskooperation fixiert

1. März 2002, 19:00
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Mehr Chancen im internationalen Wettbewerb

Wien - OMV, EVN, Wiengas, Begas und Linz AG gründen gemeinsame Firma - Mehr Chancen im internationalen Wettbewerb Wien - Was im Strombereich noch ferne Utopie scheint, hat im Gasgeschäft geklappt: Nach monatelangem Tauziehen ist die österreichische Gaskooperation jetzt fix. In der Nacht auf Mittwoch haben die größten Partner dazu eine Einigung erzielt, teilten die sechs Gesellschaften am Donnerstag, mit. An dieser "Gaslösung" sind die OMV Erdgas GmbH, OÖ Ferngas und die EnergieAllianz-Partner EVN, Wiengas, Begas und Linz AG beteiligt. Sie haben sich auf die Gründung einer gemeinsamen Vertriebsfirma für Industrie- und Großgewerbekunden geeinigt. An dieser Vertriebsfirma werden die OMV Erdgas GmbH 50 Prozent und die beteiligten Energieversorger zusammen auch 50 Prozent der Anteile halten.

"Schlagkräftig"

Der entsprechende Kartellantrag soll in den nächsten Wochen eingebracht werden. Ziel dieser Kooperation ist es, dass "diese schlagkräftige österreichische Gasvertriebsfirma" mit dem internationalen Know-how der OMV sowie der Kundennähe der regionalen Gasversorger auf einem gemeinsamen europäischen Markt erfolgreich agieren könne, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Partner erwarten sich aus dieser Kooperation mehr Chancen im internationalen Wettbewerb und daraus resultierend ein langfristiges Wachstum des Erdgasabsatzes. Mit der erzielten Einigung im Erdgasbereich sei die Basis für eine große österreichische Lösung geschaffen, teilten die Partner mit. Über alle weiteren Details sei Stillschweigen vereinbart worden. Diese sollen nach Abschluss der noch ausstehenden Verhandlungen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

E.ON-Probleme

In Deutschland gibt es für den potenziellen Verbund-Partner E.ON im Gasgeschäft hingegen Probleme: Das deutsche Kartellamt hat sich erneut den Plänen von E.ON zur Übernahme der Ruhrgas AG in den Weg gestellt. In einem zweiten Kartellverfahren untersagten die Wettbewerbshüter dem Energieversorger noch einmal ausdrücklich, die Mehrheit bei Deutschlands führendem Gasversorger zu übernehmen. (APA, AP, DER STANDARD, Printausgabe 1.3.2002)

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