Dokumentation: Kampf gegen Beschneidung

1. März 2002, 12:10
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"Weibliche Beschneidung, Verstümmelung der Genitalien - und das nicht nur im "finsteren Afrika" und anderen entlegenen Gegenden der Dritten Welt: ein Thema für Frauen- und Menschenrechtsorganisationen in Europa. Tatsächlich sind die Fakten gut für Schlagzeilen und Kampagnen: An über 2 Millionen Mädchen weltweit wird jährlich das blutige Ritual vollzogen; Amnesty international schätzt die Zahl der Opfer auf rund 135 Millionen. Doch was hilft die Empörung den Betroffenen?

"Wir wollen nicht als Opfer gelten, wir wollen uns selbst vertreten", sagt Virginia Wangare-Greiner, die in Frankfurt/M. mit anderen zusammen MAISHA gegründet hat; einen Verein von Afrikanerinnen für Afrikanerinnen. "Wir afrikanischen Frauen müssen uns selbst wehren", weiß auch Maguette M'Bow, eine Senegalesin, die mit ihren Töchtern in Paris lebt. Wie viel Mut und Beharrlichkeit dazugehört, sich dem Druck tiefverwurzelter Traditionen zu widersetzen, haben die Autorinnen Dagmar Brendecke und Anke Müller-Belecke bei ihrer Recherche in Frankreich und Deutschland erfahren. In ihrem Film kommen Afrikanerinnen zu Wort, die es geschafft haben, das Tabu zu brechen und ihre Töchter vor der Beschneidung zu bewahren, und die anderen Frauen bei ihrem Kampf zur Seite stehen."

Schnitt ins Leben, 1. März, Arte
Beginn: 22.10 Uhr, Dauer: 57 Minuten

Dokumentation von Dagmar Brendecke und Anke Müller-Belecke; NDR, Deutschland 1999
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