Austria Haustechnik vor Übernahme

1. März 2002, 18:41
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Deutsche Quadriga bietet 21 Euro je Aktie - Nur an freundlicher Übernahme des Kühlgeräteherstellers interessiert

Wien - Der steirische Kühlgerätehersteller Austria Haustechnik (AHT) regt die Fantasie internationaler Investoren kräftig an: Zuerst kaufte ein Zürcher Fonds Anfang Februar zehn Prozent: Am Dienstag stockte European Small Cap von sieben auf zehn Prozent auf. Am Freitag schließlich hat die deutsche Quadriga Capital Ltd. mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey bekannt gegeben, sie plane ein freundliches Übernahmeangebot für den Kühlgerätehersteller.

Das Angebot liegt bei 21 Euro je Aktie, das sind etwa zwölf Prozent über dem Börsenschluss des Vortages. Bereits in den vergangenen Wochen war die Aktie hochgepusht worden, nicht zuletzt durch das plötzlich erwachte Investoreninteresse. Allerdings lag der Kurs der Aktie am Tag ihrer Ausgabe am 12. Juni 1998 bei umgerechnet 29,4 Euro.

Genauere Angaben zu dem Deal will Quadriga-Capital-Chef Stephan Jaax innerhalb der nächsten zehn Börsetage liefern. Derzeit ist noch offen, ob 100 Prozent übernommen werden sollen, aber der Schluss liegt nahe. Die Totalübernahme würde bei 1,8 Millionen Aktien etwa 37,8 Millionen Euro kosten. Dann würde die AHT theoretisch auch von der Börse verschwinden.

"Nötige PS"

Manfred Seyfried, Beauftragter der Quadriga Capital, sagte dem STANDARD: "Die AHT wird die Discounter und die Lebensmittelmärkte international abdecken müssen, Quadriga hat die nötigen PS, die man dazu braucht." Das sei auch der Grund für das Interesse an der "kühlen" Übernahme: "Wir wollen AHT neue Chancen eröffnen", so Jaax. Und diese lägen im internationalen Wettbewerb, vor allem im nicht deutschsprachigen Europa. In den deutschsprachigen Kernmärkten sei nur noch mit geringem Wachstum zu rechnen.

Derzeit sind bis zu 60 Prozent der AHT im Streubesitz, zehn Prozent gehören Management und Mitarbeitern, die CVC Capital Partners soll sieben Prozent halten, die Credit Suisse First Boston (CSFB) hält über fünf Prozent. Den Rest halten die anfangs genannten Fonds. (este, DER STANDARD, Printausgabe 2.3.2002)

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