Zentrales Melderegister: Ausfälle und Verwirrung am ersten Tag

1. März 2002, 15:58
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Abmeldung in Heimatgemeinde entfällt - Polizeiwachstuben nicht mehr zuständig - Meldezettel downloadbar

Wien - Das Zentrale Melderegister (ZMR) hat den Vollbetrieb aufgenommen. Damit kommt es zu einer Reihe von Änderungen im Meldewesen.

Das Innenministerium sorgte zunächst für Verwirrung, indem es per Aussendung verkündete, dass künftig "alle An-, Ab- und Ummeldungen in jeder Gemeinde Österreichs möglich" seien.

Laut ORF-Mittagsjournal muss man sich jedoch auch in Zukunft in jener Gemeinde, in der man den Hauptwohnsitz hat, anmelden. Wenn also jemand umzieht, muss er seinen neuen Wohnsitz in der neuen Heimatgemeinde anmelden.

Gampern - Kukmirn - Gralla? Unmöglich!

Es ist nicht möglich - wie zunächst angenommen -, dass ein Gamperner, der nach Kukmirn übersiedelt, den Ortswechsel in Gralla bekannt gibt. Was jedoch im Gegensatz zu früher wegfällt, ist die Abmeldung am bisherigen Wohnsitz.

Anders verhält sich die Sache in Wien. Wer zum Beispiel vom 19. in den 1. Bezirk übersiedelt, kann diesen Wohnsitzwechsel auch im magistratischen Bezirksamt des 9. Bezirks erledigen. Denn: Alle magistratischen Bezirksämter sind Teil der Gemeinde Wien.

Polizeiwachstuben nicht mehr zuständig

Anmeldung auf Polizeiwachstuben sind allerdings nicht mehr möglich. Die Polizei ist für Meldungen nicht mehr zuständig. Für das Meldewesen zuständig werden einheitlich die Gemeinden sein. Die Meldezettel, die bisher in den Trafiken gekauft werden mussten, können nun gratis bei den Meldeämtern bezogen werden oder im Internet heruntergeladen werden.

Minutenlange Ausfälle

Kaum Probleme meldet das Innenministerium vom ersten Arbeitstag des zentralen Melderegisters. Ein Sprecher erklärte gegenüber, das System sei etwas langsamer gegangen. Zudem habe es zwei Stillstände im Minutenbereich gegeben. Derzeit laufe das System aber wieder normal.

Alle Behörden und Ämter des Bundes, der Länder und der Gemeinden haben Zugriff auf das ZMR, wodurch es zu wesentlichen Verwaltungsvereinfachungen kommen soll. Bei zahlreichen Amtswegen wird dadurch die Vorlage des Meldezettels entfallen. Etwaige Änderungen der Meldedaten werden täglich aktualisiert. Personen, die regelmäßig Meldeauskünfte benötigen (z.B. Notare, Rechtsanwälte, Banken) sollen auf jene Daten zugreifen können, für die keine Auskunftssperre besteht. Dadurch soll der Rechtsschutz gewahrt bleiben. (APA/red)

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