Japan will "wissenschaftlichen" Walfang ausweiten

1. März 2002, 13:21
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Greenpeace warnt: Es wird von Fantasiezahlen ausgegangen - wahre Größe der Walbestände unbekannt

Tokio - Trotz internationaler Kritik will Japan die Jagd auf Wale ausweiten. Insgesamt 50 Seiwale sollen zwischen Juni und Oktober im Rahmen eines "wissenschaftlichen Programms" gefangen werden, wie der Sprecher der Fischereibehörde, Takanori Ohashi, sagte.

Mit scharfen Protesten haben internationale Umweltschutzorganisationen auf die Pläne der japanischen Regierung reagiert. "Das japanische Fischereiministerium tut alles, um zu den schlimmen alten Tagen des industriellen Walfangs zurückzukehren", sagte Fred O'Regan, Präsident des International Fund for Animal Welfare (IWAF), nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News vom Freitag. Auch der Word Wild Life Fund (WWF) verurteilte Japans Ausweitung seines Walfangs auf bedrohte Tiere.

Zahlen ...

Die Fischereibehörde rechnet laut Ohashi mit weltweit etwa 100.000 Seiwalen, darunter 28.000 im Nordwestpazifik - so dass keine Gefahr für den Bestand drohe. Dem hält Greenpeace jedoch entgegen, dass niemand sagen kann, wie viele Seiwale es tatsächlich noch gibt. Die Spezies steht jedenfalls auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Neben dieser bis zu 26 Meter langen Art will Japan wie bisher 150 Zwergwale, 50 Brydewale und zehn Pottwale für - nach offiziellen Angaben - Forschungszwecke fangen und töten. Von der Internationalen Walfangkommission (IWC) wurde Japan bereits aufgefordert, diese "Wissenschaft" einzustellen - bislang jedoch vergeblich.

... und bezahlen

Japan will sich bei der nächsten IWC-Konferenz, die im Mai in der südjapanischen Hafenstadt Shimonoseki, stattfindet, für eine Wiederzulassung der kommerziellen Jagd auf Wale einsetzen. Um die bisherigen klaren Mehrheitsverhältnisse, die stets gegen eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs sprachen, umzukehren, kauft Japan die Stimmen ärmerer Länder mit millionenschwerer "Entwicklungshilfe" ein. (APA/red)

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