Skandal um unerlaubte Organentnahmen in Neuseeland

28. Februar 2002, 20:43
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Herzen von über 1.300 verstorbenen Kindern angeblich für Forschung und Ausbildung benötigt

Wellington - Ein Krankenhaus in Auckland /Neuseeland) hat die Herzen von mehr als 1.300 verstorbenen Kindern ohne Einwilligung der Eltern aufbewahrt. Manche Herzen seien schon vor bis zu 50 Jahren entnommen worden, hieß es am Donnerstag in Presseberichten. Die Kinder seien zumeist an angeborenen Herzfehlern gestorben.

Dr. Kirsten Finucane, die Kinderherzchirurgin am Green Lane Hospital, zeigte Verständnis für den Schock der Eltern, wenn sie hörten, dass die Organe ihrer Kinder entnommen wurden: "Ich verstehe, dass wir einige verletzt haben. Ich kann verstehen, dass sie aufgebracht sind."

Aber die "Herzbibliothek" des Krankenhauses sei unschätzbar wertvoll für die Forschung und Ausbildung und habe dazu beigetragen, dass neuseeländische Ärzte große Fortschritte bei der Behandlung von Kindern mit Herzfehlern gemacht hätten, verteidigte sie die Praxis, sagte Finucane. Die aufbewahrten Herzen seien alle identifiziert und könnten auf Verlangen der betroffenen Eltern herausgegeben werden. (APA/dpa)

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