Besseres Bruströntgen

1. März 2002, 08:00
posten

Neue, strahlenarme Digitaltechnik auf Kongress in Wien präsentiert

Erlangen/Wien - "Die Dosisreduktion mit unserer digitalen Mammographie liegt bei zehn bis 15 Prozent, andere schaffen schon 25, in Zukunft vielleicht 30", freut sich Werner Bautz, Radiologe der Uni Erlangen-Nürnberg, über weniger radioaktive Strahlung.

Bautz präsentiert die Ergebnisse einer Studie über 1300 Patientinnen auf dem europäischen Radiologenkongress, der von Freitag bis Dienstag Hunderte Experten ins Austria Center bringt.

Bei der neuen Luminiszenz-Mammographie kommt statt eines Röntgenfilms eine Speicherfolie mit einer Schwermetallhalogenid-Phosphorverbindung zum Einsatz. Die Folie wird eingelesen und in digitale Bilder umgesetzt.

Ihre Qualität "erfüllt nun auch die deutschen Mindestwerte in räumlicher Auflösung", so Bautz zum STANDARD. "Die ist extrem hoch und schon nahe am Röntgenfilm." Beim zweiten Kriterium zum Erkennen beginnender Tumoren, der Dichteauflösung, schlagen digitale Techniken den alten Film schon länger um Längen.

Das Ganze steht auch gleich für vernetzte Anwendungen zur Verfügung: "Wir können Programme laufen lassen, die für Tumoren typische Verkalkungen automatisch erkennen." Dazu "auffällige Verdichtungen - das ist wichtig für ein Screening, das in Deutschland angedacht wird".

Diese Querbeetuntersuchung ist - wegen der krebsfördernden Röntgenstrahlen und wegen mangelhafter wissenschaftlicher Fundierung - in der Fachwelt umstritten. Daher fordert auch das Editorial des Lancet eine große Multicenter-Studie zur Klärung. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1. 3. 2002)

Von Roland Schönbauer

Weitere Informationen
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine Mammographie

Share if you care.