Dengue-Epidemie um Rio de Janeiro

28. Februar 2002, 20:17
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40 bis 45 Menschen sind bereits tot

Rio de Janeiro - Durch eine Dengue-Epidemie in Brasilien sind nach verschieden Angaben seit Jahresanfang 40 bis 45 Menschen gestorben. In Rio de Janeiro, dem am schlimmsten betroffenen Bundesland, stieg die Zahl der Todesfälle nach dem Ableben einer Frau am Donnerstag amtlichen Angaben zufolge auf 23. Die bisher schlimmste Dengue-Epidemie der Geschichte hatte 1991 in Rio 24 Menschen das Leben gekostet.

Nach Angaben der Behörden wurden in Rio bisher knapp 52.000 Kranke gezählt. Experten zufolge liege die wahre Zahl der Fälle vermutlich rund zehn Mal so hoch, berichteten Medien. Nach Angaben der Behörden muss mit mindestens 200.000 Kranken gerechnet werden.

Varianten der Krankheit

Bei dem durch Mückenstiche übertragenen Fieber unterscheiden Mediziner drei Verlaufsformen, die alle mit plötzlichem, hohen Fieber sowie starken Muskel- und Gelenkschmerzen beginnen. Das klassische Dengue-Fieber ist in der Regel nicht lebensgefährlich. In einigen Fällen kommt es jedoch zum lebensbedrohlichen hämorrhagischen Dengue- Fieber mit Blutgerinnungsstörungen und Kreislaufversagen.

Zur Epidemie-Bekämpfung hatte das Gesundheitsministerium in Brasilia Hunderte Beamte aus ganz Brasilien nach Rio entsandt. Sie sollen bei der Ausmerzung der Mücke Aedes aegypti helfen, die den Dengue-Erreger (Flavivirus) überträgt. Im brasilianischen Fernsehen laufen seit Wochen Aufklärungsspots, bei denen die Bevölkerung aufgerufen wird, Wasser nicht unter freiem Himmel zu lagern, weil dies die Vermehrung der Stechmücke begünstigt. Die Behörden schließen allerdings inzwischen auch die Rückkehr des Gelbfiebers nicht mehr aus, das ebenfalls von Stechmücken übertragen wird. (APA/dpa)

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    Ein Plakat mahnt zur Vorsorge

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