Das "klassische" Griechenland ist in Berlin zu bewundern

3. März 2002, 08:30
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Ausstellung zeigt 700 Exponate aus der ganzen Welt - doch gab es die "Klassik" überhaupt?

Berlin - Eine spektakuläre Ausstellung über die griechische Klassik ist seit Freitag in Berlin zu sehen. Rund 700 Exponate von 110 Leihgebern aus der ganzen Welt sollen das fünfte und vierte Jahrhundert vor Christus in Griechenland beleuchten, wie der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, am Donnerstag sagte. Die Schau mit dem Titel "Die griechische Klassik - Idee oder Wirklichkeit" wird bis zum 2. Juni im Martin-Gropius-Bau und ab dem 12. Juli in Bonn gezeigt.

Mit Skulpturen, Vasen, Münzen, Terrakotten, Schmuck und Modellen wird unter anderem gezeigt, wie die griechische Gesellschaft funktionierte. Zudem soll erklärt werden, wie die Epoche in späteren Zeiten nachwirkte, beispielsweise bei den Römern, in der Renaissance oder im nationalsozialistischen Deutschland. Dabei soll der Begriff der Klassik, den erst der römische Grammatiker Aulus Gellus 170 nach Christus erfunden hatte, kritisch hinterfragt werden.

Die archäologische Ausstellung ist in acht Abteilungen gegliedert. Gezeigt werden auch die Kulturen, mit denen die Griechen in Kontakt standen. Im Mittelpunkt der Schau befindet sich der Lichthof des Gropiusbaus, den die Ausstellungsmacher in eine griechische Agora, einen antiken Marktplatz, verwandelten. Hier steht auch eines der spektakulärsten Exponate: Die Neapler Gruppe der Tyrannenmörder, eine römische Marmorkopie nach griechischen Bronzeoriginal des fünften Jahrhunderts vor Christus. Zudem ist ein 2,6 Tonnen schweres Säulenstück des auf der Akropolis stehenden Parthenons zu sehen. (APA/AP)

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