Milosevic wirft Anklage Fälschung von Dokumenten vor

1. März 2002, 07:40
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Russischer Ministerpräsident Jewgeni Primakow bot sich als Zeuge an

Den Haag/Moskau - Der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic hat der Anklage des Haager Kriegsverbrechertribunals die Vorlage eines gefälschten Dokuments vorgeworfen.

Eine angeblich von Serben erstellte Todesliste mit 66 Repräsentaten der albanischen Intelligenz im Bereich der Stadt Kosovska Mitrovica müsse von einem "albanisch sprechenden Deutschen" verfasst worden sein, behauptete Milosevic am Donnerstag. Das Dokument in serbischer Sprache bei der Vernehmung des Menschenrechtlers Halit Barani. Darin seien typische Schreibfehler, behauptete Milosevic.

Ordnungskräfte hätten bei Aktionen im Kosovo reagieren müssen

Während des sehr detaillierten Kreuzverhörs des Zeugen ermahnte das Gericht den Angeklagten wiederholt, auf Kommentare zu verzichten und konkrete Fragen zu stellen. Milosevic erhalte noch ausreichend Gelegenheit, selbst Beweise vorzulegen. Seine Fragen verband der frühere jugoslawische Präsident häufig mit Vorhaltungen über angebliche UCK-Gräueltaten gegen serbische Soldaten und Polizisten sowie Zivilisten im Kosovo. Darauf hätten die Ordnungskräfte bei ihren Aktionen in Städten und Dörfern des Kosovo reagieren müssen.

Russische Ministerpräsident Jewgeni Primakow bot sich als Zeuge an

Der ehemalige russische Ministerpräsident Jewgeni Primakow bot sich unterdessen als Zeuge der Verteidigung im Prozess gegen Milosevic an. Er könne bezeugen, dass sich Milosevic "höchst positiv verhalten" und stets ein "friedliches Ergebnis" ermöglicht habe, sagte Primakow im staatlichen russischen Sender ORT. In Bosnien sei das Blutvergießen dank Milosevic beendet worden und auch im Kosovo sei Milosevics Rolle "unbestreitbar positiv" gewesen. Primakow bezeichnete das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag als parteiisch. (APA/dpa)

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