Zurück zu den "Hendln"

1. März 2002, 11:41
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Neominister Reichhold legt sich nicht auf zweite Amtsperiode fest

Wien - "In dieses Riesenministerium gehörte eigentlich ein Staatssekretär - und zwar für EU-Lobbying. Aber schreiben Sie jetzt bloß nicht, der Herr Reichhold fordert einen Staatssekretär. Das ist was für die nächste Legislaturperiode." Mathias Reichhold (FPÖ), neuer Minister für Verkehr, Innovation und Technologie, machte sich Mittwochabend bei einem lockeren Gespräch mit Bildungsjournalisten (am Rande eines Empfangs für die Technologieszene im Wiener "Tech Gate") über die Zukunft seines Ministeriums Gedanken. Seine Person stellte er dabei auffallend wenig in den Mittelpunkt. Was er denn in der nächsten Legislaturperiode zu machen gedenke, fragte ihn der STANDARD. "Meine Hendln betreuen", kam die prompte Antwort des Kurzzeit-Biobauers, der davor Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreter war. Ob er sich somit nur als Übergangsminister sehe? "Ich hab' noch so viel vor", lautete die kryptische Antwort.

In seinem offiziellen Statement für die anwesenden Industriekapitäne und Spitzenforscher bezeichnete er Forschung als seine "zentrale Aufgabe". Das unterscheidet ihn von den Vorgängern. "Mir geht es darum zu zeigen, dass wir stolz sein können auf unser Land", sagte der Neominister und warb für sich: "Sehen Sie in mir einen, der offen ist." Warum er ausgerechnet auf das Forschungsthema setze, fragten ihn die Medienleute. "Wegen einer neuen Straße oder Brücke hat noch niemand Wahlen gewonnen", antwortete Reichhold. Forschung und Entwicklung sei eine zentrale Voraussetzung für die Wirtschaftspolitik. Zum nächsten EU-Forschungsministerrat wird übrigens Reichhold in Absprache mit dem Bildungsressort fahren. (mon/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1./2. 3. 2002)

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