Britische Regierung will USA gegen Irak unterstützen

1. März 2002, 12:28
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Jemen im Visier der USA - Russland zieht Kritik an Georgien-Einsatz zurück

London - Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon hat den USA Unterstützung bei einem möglichen Militärschlag gegen Irak in Aussicht gestellt. "Ich bin sicher, dass wir, wenn die Bedingungen stimmen, die Vereinigten Staaten unterstützen würden", sagte Hoon am Freitag im britischen Rundfunk BBC. Zu den Bedingungen für einen Angriff auf den Irak gehöre die Frage, ob Irak das internationale Recht und die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates achte und Waffeninspektoren Zugang erlaube. "Wenn es keine Beweise für Missetaten gibt, dann kann ich nicht verstehen, warum derIrak nicht Inspektoren erlauben sollte, verschiedene Orte zu inspizieren", sagte Hoon.

USA weiten internationale Truppenpräsenz aus

In ihrer Militärkampagne gegen den internationalen Terrorismus weiten die USA ihre Militärpräsenz jetzt auch auf Georgien und vermutlich Jemen aus. Bereits im März sollen US-Elitesoldaten in Georgien eintreffen, teilte das Verteidigungsministerium in Tiflis am Freitag mit. Russland rückte von seiner Kritik an der Stationierung der US-Soldaten ab. Das "Wall Street Journal" berichtete am selben Tag, hunderte US-Soldaten würden nach Jemen entsandt. Ähnlich wie auf den Philippinen sollten die Soldaten dort die Streitkräfte des Landes schulen und beraten. Offiziell bestätigt wurde dies zunächst nicht.

In allen drei Ländern sind moslemische Untergrundgruppen aktiv, die möglicherweise Kontakte zur El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osma bin Laden haben. Ihn machen die USA für die Anschläge vom 11. September in New York und Washington verantwortlich. Nach offizieller Darstellung sollen die US-Elitesoldaten in Georgien und auf den Philippinen die einheimischen Truppen in der Bekämpfung von Untergrundkämpfern trainieren und sie mit der notwendigen Ausrüstung versorgen. Eine Teilnahme an Kampfeinsätzen sei nicht vorgesehen.

Praktisch ist dies aber nicht ausgeschlossen, wenn die US-Soldaten wie auf den Philippinen gemeinsam mit den einheimischen Soldaten in Rebellengebieten patrouillieren. Der Einsatz in Georgien war von Russland kritisiert worden. Außenminister Igor Iwanow sagte, dies könne die Spannungen in der Region verschärfen.

Putin: US-Truppen in Georgien "keine Tragödie"

Am Freitag erklärte Präsident Wladimir Putin aber, die Stationierung der US-Truppen in Georgien sei "keine Tragödie". Auf einem Gipfeltreffen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) im kasachischen Tschimbulak sagte er: Warum sollten sie (die US-Truppen) in Zentralasien und nicht in Georgien sein?" In mehreren Ländern Zentralasiens haben die USA Einheiten für den Afghanistan-Krieg stationiert.

Putin kritisierte jedoch, dass er nicht von seinem georgischen Kollegen Eduard Schewardnadse darüber informiert worden sei. "Wir haben die Information von der US-Seite bekommen", sagte er. Schewardnadse hatte zuvor gesagt, er habe acht Jahre lang auf diese Truppenentsendung hingearbeitet. Die US-Soldaten würden die Souveränität Georgiens stärken. Die Bemühungen um bessere Beziehungen zu Russland hätten hingegen wenig Erfolg gezeigt. (APA)

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