Linux findet immer mehr Anwender

28. Februar 2002, 23:25
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Von der Idee eines Freaks zur Bedrohung eines Branchenriesen - 27 Prozent der Netzwerkrechner arbeiten weltweit damit

Was als Projekt eines einzelnen Computer-Freaks begann, ist heute das Produkt eines weltweiten Netzwerks aus zahllosen Experten. Linux, das kostenlose Stück Software, ist zum Betriebssystem mit den höchsten Wachstumsraten geworden. 27 Prozent der Netzwerkrechner arbeiten weltweit damit, dagegen 41 Prozent mit Windows. Für den Branchenriesen Microsoft ist Linux längst ein gefürchteter Konkurrent.

Anwender

Zwar ist auf mehr als 90 Prozent der PC Windows installiert, aber in Großunternehmen und Verwaltungen genießt Linux längst den besseren Ruf: Unter den Anwendern findet sich auch der Computer-Konzern IBM, der einst mit Microsofts erstem Betriebssystem MS-DOS groß geworden war.

"Linux ist ein Krebsgeschwür, das in Bezug auf geistiges Eigentum alles befällt, was es berührt", schimpft Microsoft-Chef Steve Ballmer. Die deutschen Bundestagsabgeordneten konnte Microsoft jedoch nicht überzeugen - auch die Offenlegung der Microsoft-Programmcodes konnte die Befürworter nicht umstimmen.

Zuverlässig

Nicht nur seine Zuverlässigkeit beschert dem Open-Source-System den guten Ruf. Linux-Programme sparen Speicherplatz, weil sie nur die nötigsten Anwendungen bieten. Microsoft-Programme werden dagegen häufig wegen ihrer zahlreichen überflüssigen Funktionen kritisiert. Und: Linux ist kostenlos. Mittlerweile sind zahlreiche oft ebenfalls kostenlose Programme für Linux erhältlich, die einen Vergleich mit teurer kommerzieller Software nicht scheuen müssen.

Die Idee, ein nicht-kommerzielles Server-System zu schaffen, hatte 1991 der Finne Linus Benedict Torvalds. Der damals 21-jährige Student war unzufrieden mit herkömmlichen Betriebssystemen und bat in einem E-Mail-Rundschreiben an Freaks in aller Welt um Ideen für sein neues Konzept. Die große Fangemeinde lobt vor allem die basisdemokratische Idee des offenen Programmcodes - wer will, kann Veränderungen vornehmen oder Änderungsvorschläge einbringen. (Reuters)

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