Reichhold zeigt bei Forschung auf

28. Februar 2002, 17:21
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"Keine Stop-and-go-Politik, sondern finanzielle Planungssicherheit"

Wien - Knapp eineinhalb Wochen im Dienst, konnte sich Verkehrsminister Mathias Reichhold ersten Applaus in Wirtschaftskreisen sichern. Er will sich dezidiert auf seine Auf_gabengebiete Innovation und Technologie konzentrieren, was ihn - nach einhelligen Expertenaussagen - stark von seinen FP-Ministervorgängern abhebt. Ihm geht es vor allem um die Erreichung einer 2,5-prozentigen Forschungsquote, womit er mit den Plänen des Rats für Forschung und Technologie d'accord geht, der diese Quote (derzeit 1,9 Prozent) für 2005 anpeilt. Reichhold will vor allem keine Stop-and-go-Politik, sondern finanzielle Planungssicherheit.

Grassers Good Will

Dafür braucht er primär den Good Will von Ministerkollegen Karl-Heinz Grasser, der für dieses Ziel bereits 2003 zusätzliches Cash in Richtung Technologieoffensive fließen lassen müsste. Grasser will das notwendige Geld aber liquiditätswirksam erst ab 2004 zur Verfügung stellen. Frisch im Ohr müssen Reichhold auch die Klagen des Forschungsförderungsfonds sein, der die gesunkenen Mittel für Forschungsprojekte durch die öffentliche Hand monierte.

Positives fällt Experten hingegen im Standard-Gespräch beim Thema Luft- und Weltraum ein. Hier sei "nach Zahlungen von 15 Mrd. € Richtung EU-Projekte nun für Österreich der Breakeven erreicht". Noch im Frühjahr wird zudem der Startschuss für ein neues Projekt fallen, bei dem 8,7 Mio. € etwa in das Training heimischer Techniker im Ausland gesteckt werden.

Neue Strukturen

Neue Strukturen will Reichhold auch in seinem Mega-Ministerium schaffen. So will er Norbert Rozsenich, Chef der Technologiesektion und seit Jahrzehnten eine der Schlüsselfiguren der Technologiepolitik, auch als Berater halten. Rozsenich hatte - noch unter Ministerin Forstinger und nach einem Machtkampf mit dem von ihr installierten Generalsekretär - seinen Abgang in die Frühpension angekündigt. Mit der interimistischen Führung der Sektion hat Reichhold nun mit Ingolf Schädler einen profilierten Mann seines Hauses betraut. Der Volkswirt ist zurzeit Gruppenleiter des Bereiches Technologiepolitik. (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Printausgabe 1.3.2002)

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