US-Verbraucheraus- gaben im Jänner höher

1. März 2002, 15:19
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Wirtschaft wuchs 2001 offenbar stärker als gedacht

Washington - Die Ausgaben der US-Verbraucher sind im Dezember gegenüber dem Vormonat wie erwartet um 0,4 Prozent gestiegen. Wie das US-Handelsministerium am Freitag weiter mitteilte, wurde der vorläufige Dezember-Wert von minus 0,2 Prozent auf unverändert revidiert. Für die persönlichen Einkommen meldete das Ministerium einen Anstieg um ebenfalls 0,4 Prozent, das stärkste Plus seit Juli 2001. Von vwd befragte Analysten hatten im Durchschnitt eine Zunahme um 0,2 Prozent erwartet. Der zunächst gemeldete Dezember-Zuwachs um 0,4 Prozent wurde auf plus 0,3 Prozent korrigiert.

Wie gestern bekannt wurde, haben einen Tag nach der vorsichtig optimistischen Einschätzung des US-Notenbankchefs Alan Greenspan zur Lage der US-Wirtschaft unerwartet gute auf ein Ende der US-Rezession hingedeutet. Das Handelsministerium revidierte das Wachstum im Schlussquartal 2001 unerwartet deutlich nach oben. In Chicago veröffentlichte die Vereinigung der Einkaufsmanager einen deutlich über den Prognosen liegenden Anstieg ihres viel beachteten Konjunkturbarometers.

Nach der zweiten Schätzung des US-Handelsministeriums wuchs die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2001 auf das Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent. Damit fiel des Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im vierten Quartal offenbar sieben Mal so hoch wie zunächst vom Ministerium im Jänner mit 0,2 Prozent geschätzt aus. Analysten hatten mit einer Revision auf plus 0,8 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal 2001 war die US-Wirtschaft um 1,3 Prozent geschrumpft.

Konsum gestiegen

Die deutliche Revision führte das Ministerium auf einen gestiegenen Konsum in Folge der Null-Zins-Politik beim Auto-Kauf und erhöhte Staatsausgaben zurück. Die Belebung der Nachfrage verhalf den Unternehmen zur Reduzierung ihrer Lagerbestände um ein Volumen von 120 Mrd. Dollar (138,7 Mrd. Euro/1,9 Bill. S). Die Konsumausgaben legten im Schlussquartal voraussichtlich um 6,0 Prozent zu, die Staatsausgaben um 10,1 Prozent. Zudem sei die Zahl der Importe nach unten revidiert worden.

Das an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturbarometer der US-Einkaufsmanager für den Großraum Chicago stieg nach Angaben der Vereinigung der Einkaufsmanager im Februar saisonbereinigt auf 53,1 (Vormonat 45,1) Punkte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 47,7 Punkte vorausgesagt.

Analysten positiv überrascht

Analysten zeigten sich positiv überrascht von dem starken BIP-Wachstum. Zu dem Plus von 1,4 Prozent sagte Larry Wachtel von Prudential Securities: "Dies zeigt, dass die Wirtschaft aus der Rezession heraus ist. Es ist eine gute Zahl und ich denke, dass das BIP im ersten Quartal um zwei bis drei Prozent wachsen wird." Auch die weitgehende Räumung der Lager verstärke die Einschätzung, dass der Wirtschaftsaufschwung unmittelbar bevorstehe, sagten Analysten. Unternehmen müssten nun wieder produzieren, um für Nachschub in den geleerten Regalen zu sorgen, was das Wirtschaftswachstum ankurbele. (APA/Reuters)

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