Kinderkanal will auch abends senden

1. März 2002, 11:58
1 Posting

Ausweitung des Programms bis 22 Uhr geplant - MDR: Arte und Kika sollen "nicht gegeneinander ausgespielt" werden

Der Kinderkanal (Kika) will künftig bis in den späten Abend hinein senden. Buben und Mädchen sähen vor allem zwischen 19 und 22 Uhr fern, sagte MDR-Intendant Udo Reiter am Donnerstag in Berlin zur Begründung. In einer Pilotphase soll seinen Angaben zufolge das Programm voraussichtlich ab nächstem Jahr über Satellit bis 21 Uhr ausgestrahlt werden. 2005 werde die Sendezeit wahrscheinlich auf 22 Uhr verlängert.

"Geburtsfehler"

Die Sender Super RTL und RTL 2 dominierten das Abendprogramm für Kinder, erklärte Reiter. Kika-Programmchef Frank Beckmann nannte es einen "Geburtsfehler", dass der Kanal nur tagsüber zu sehen sei. Der Kinderkanal ist eine gemeinsame Produktion von ARD und ZDF. Bislang teilt er sich eine Frequenz mit dem deutsch-französischen Kultursender Arte, der ab 19 Uhr sendet. "Das ist natürlich eine absurde Situation. Wegen der Kanalteilung mit Arte müssen wir zu der Zeit aufhören, in der unsere Klientel den Fernseher einschaltet", sagte Reiter.

"Nicht gegeneinander"

Nach Aussage des MDR sollen Arte und der Kindersender "nicht gegeneinander ausgespielt" werden. Wie man den Kinderkanal auch im analogen Kabelnetz verbreiten könne, sei deshalb noch nicht geklärt. "Dort wird bekanntlich um Kanäle gekämpft, und einige Landesmedienanstalten bestehen darauf, dass bei einer Aufhebung der Kanalteilung von Arte und dem Kinderkanal ein ortsfremdes drittes Programm der ARD seinen Platz aufgeben muss", sagte MDR-Chef Reiter. Das sei keine Lösung. Der Kinderkanal solle ab 2003 zunächst auf einer eigenen Satellitenfrequenz übertragen werden. Zudem solle für die Sendezeitverlängerung ab 2005 mehr Geld aus dem Gebührentopf beantragt werden.

Der Kinderkanal ist nach eigener Aussage das einzige öffentlich-rechtliche Kinderprogramm Europas. Er begann seinen Sendebetrieb am 1. Jänner 1997 in einem umgebauten Erfurter Heizhaus und zog 2000 in das Landesfunkhaus Thüringen um. Der Sender habe seinen Marktanteil bei Kindern in fünf Jahren auf 18,1 Prozent mehr als verdoppeln können, teilte Kika mit. Er könne von mehr als 80 Prozent der deutschen Haushalte empfangen werden. (APA/AP)

Share if you care.