Hochwassersituation in Deutschland entspannt sich

28. Februar 2002, 15:14
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Sinkende Pegelstände - Sturm forderte viertes Todesopfer in Norddeutschland

Mit sinkenden Pegelständen hat sich in vielen deutschen Hochwasserregionen am Donnerstag die Lage entspannt. In Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Hessen und Bayern ging der Wasserstand zurück oder es wurde eine Entspannung der Situation erwartet. Vielerorts waren jedoch noch Straßen überschwemmt. Die Oder, aber auch die Pegel der Flüsse in Niedersachsen stiegen weiter an. Während das Hochwassermeldezentrum in Frankfurt (Oder) einen leichten Anstieg des Oder-Pegels prognostizierte, gingen Experten in Hannover jedoch von einer Entspannung der Situation aus.

Keine Gefahr für Kölner Altstadt

Der Rhein war in der Nacht zum Donnerstag weiter angestiegen und überflutete in Koblenz mehrere Straßen. Auch Keller seien voll gelaufen, teilte die Polizei mit. Die Lage wurde jedoch nicht als kritisch eingeschätzt. Auch in Köln war der Pegel in der Nacht weiter angestiegen, der höchste Wasserstand war für den frühen Nachmittag erwartet worden. Eine Gefahr für die Altstadt bestehe nicht, hieß es. Bei Köln war am Mittwoch die Rhein-Schifffahrt gestoppt worden.

Entspannung nur vorübergehend

Es werde in den nächsten Tagen nur noch örtliche, wenig intensive Schauer geben, teilte das Wetteramt Essen am Donnerstag mit. Die Entspannung an den Flussläufen ist nach Angaben des Wetteramtes nur vorübergehend. "Ab Dienstag braut sich wieder was zusammen, das heißt, wir haben es noch nicht überstanden", sagte ein Sprecher.

Auch die Elbe führt Hochwasser, nach ergiebigen Regenfällen in Tschechien und Tauwetter bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Talsperren im Westharz haben inzwischen nur noch eine begrenzte Aufnahmekapazität. Auch in der zum Teil überfluteten schleswig-holsteinischen Stadt Kellinghusen entspannte sich die Lage am Donnerstag.

Viertes Todesopfer in Norddeutschland

Der schwere Sturm über Norddeutschland hat unterdessen ein viertes Todesopfer gefordert. Einer von zwei Männern, die in Bremen auf der Weser verunglückt waren, starb im Krankenhaus. Wie die Polizei erst am Donnerstag mitteilte, starb der 58-jährige Mitarbeiter des Bremerhavener Wasser- und Schifffahrtsamtes bereits am Mittwoch kurz nach dem Unfall. Er war mit seinem Kollegen aus einem nicht mehr manövrierfähigen Boot gesprungen und von der heftigen Strömung über ein Wehr gerissen worden. Sein Kollege hatte sich retten können. Bei dem Sturm waren in Hamburg zwei Frauen und in Niedersachsen ein Mann von Bäumen erschlagen worden. (APA/dpa/AP)

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