Konsolidierung in deutscher Call-Center-Branche

28. Februar 2002, 14:29
posten

Firmen aber optimistisch

Die Konjunkturflaute bekommen auch die Call-Center-Betreiber in Deutschland zu spüren. Wie in anderen Marketingbereichen seien auch auf dem Call-Center-Markt zum Teil beachtliche Budgets weg gebrochen, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Direktmarketing Verbandes (DDV), Holger Albers, am Donnerstag in Berlin. Kooperationen, Fusionen und vereinzelte Konkurse führten in der Branche zu einer deutlichen Marktkonsolidierung. Dennoch blickt die Mehrzahl der Call-Center-Betreiber optimistisch in das laufende Jahr.

Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des Verbands rechnen 53,5 Prozent der Unternehmen im ersten Halbjahr 2002 mit steigendem Umsatz. 8,2 Prozent erwarten einen Rückgang. Die Umfrage zeigt nach Albers' Ansicht, dass die Unternehmen angesichts des Kostendrucks und sinkender Kommunikationsbudgets eher verstärkt auf Call-Center zurückgreifen und dafür bei anderen Werbeformen sparen.

Nach Schätzungen des Verbands gibt es bundesweit rund 2500 Call-Center, in denen rund 225.000 Menschen arbeiten. Noch bis Freitag treffen sich die Branchenvertreter auf der Kongressmesse Call-Center World in Berlin. Rund 300 Agenturen betreuen nach Verbandsangaben bundesweit mehrere Center, 160 davon sind Mitglied des DDV. Nach der Emnid-Umfrage wurden in knapp 40 Prozent der 245 befragten Call-Center im zweiten Halbjahr 2001 zusätzliche Beschäftigte eingestellt. Rund 15 Prozent haben dagegen Stellen gestrichen.(APA/dpa)

Share if you care.