Das große Drücken um die Favoritenrolle

28. Februar 2002, 14:32
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Vor dem ersten Training wagt keiner der Titelaspiranten Prognosen - Michale Schumacher zeigt Respekt vor Raikkönen

Melbourne - Die vier Titelkandidaten drücken sich unisono vor der Favoritenrolle. "Ich weiß nicht, wer vorn sein wird. Ich bin sehr gespannt", wagte selbst der viermalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher drei Tage vor dem Grand-Prix-Auftakt in Melbourne keine Prognose, ob er, sein Bruder Ralf, Juan Pablo Montoya oder David Coulthard am Sonntag siegen und im Titelrennen insgesamt die Nase vorne haben wird.

"Bis zum Qualifikationstraining am Samstag weiß niemand, wo er steht", pflichtete der Kolumbianer Montoya bei. Laut Coulthard "ist es noch zu früh zu sagen, wer die besten Chancen hat". Für Ralf Schumacher ist klar, wer Favorit ist: "Niemand kann sagen, ob es gelingt, Ferrari einzuholen. Wir wollen es versuchen."

Allgemeine Zurückhaltung

Völlig locker, entspannt und ohne Sticheleien lief das erste verbale Aufeinandertreffen der Top-Piloten am Donnerstag ab. Michael Schumacher, Coulthard und Montoya ließen sich bei der offiziellen Pressekonferenz des Internationalen Automobil-Verbandes FIA in Melbourne nicht aus der Reserve locken. Auch Ralf Schumacher, der als einziger WM-Anwärter auf dem illustren Podium fehlte, trat später hinter der Williams-BMW-Garage ebenso zurückhaltend auf.

Multi-Millionär Michael Schumacher, für seine Sparsamkeit bekannt, würde nicht einmal 50 australische Dollar (etwa 33 Euro) auf seinen Sieg am Sonntag (Start: 04.00 Uhr MEZ/live im ORF, RTL und Premiere World) wetten. "Die lass' ich lieber in meiner Tasche", sagte der Ferrari- Star grinsend. Montoya und Coulthard versicherten dagegen übereinstimmend, sie würden auf sich selbst setzen. "Dann lassen wir uns von Michael nach dem Rennen zum Essen einladen. Er hat ja auf jeden Fall Geld", sagte der Schotte. Bei den Buchmachern ist der Champion aber vor Montoya, Ralf Schumacher und Coulthard Favorit.

Der Weltmeister zeigt Respekt vor Raikkönen

Zu groß sind für alle vor dem Saisonauftakt die Unwägbarkeiten, als dass schlüssige Vorhersagen möglich wären, ohne Gefahr zu laufen, im Falle eines Scheiterns sich nachträglich zu blamieren. "Ich weiß nicht, wer mein Hauptrivale ist. Der neben mir ist der Erste", hatte Michael Schumacher am Vormittag bei einem PR-Termin mit Bezug auf seinen brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello den Kreis der Titelkandidaten sogar zum Sextett erweitert. "Man muss sehen, wer sich in den Teamduellen zwischen Ralf und Montoya sowie zwischen Coulthard und Kimi Räikkönen als stärker herauskristallisiert." Den jungen Finnen (22) hält der regierende Weltmeister für stark genug, "einer meiner Hauptrivalen zu werden".(APA/dpa)

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