US-Börsenexperte setzt auf Wachstum

28. Februar 2002, 14:21
1 Posting

James Jundt: Attraktivste Bewertung seit fünf Jahren - Baldiges Ende der Enronitis

Wien - Trotz der sich abzeichnenden Erholung der US-Wirtschaft und der Hoffnung auf eine Stimmungsaufhellung nach der Enron-Pleite wollen die kritischen Stimmen zum Kurspotenzial der US-Börsen nicht verstummen. Kurzfristig stünden Enron und die damit verbundene Bilanzierungs-Problematik im Blickpunkt, meinte der US-Fondsmanager James Jundt am Donnerstag vor Journalisten, er glaube jedoch nicht, dass es noch weitere "Enrons" geben werde. Jundt erwartet jedoch, dass sich die US-Bilanzierungstechniken in Richtung Fairness entwickeln werden, was die Zahlen zum ersten Quartal bestimmen könnte. Danach sollte sich die Enron-Problematik in Luft auflösen.

Attraktive Bewertung

Jundt sieht nach den langen Baisse-Monaten wieder Licht am Ende des Tunnels für Anleger, die an Wachstumswerte glauben. "Derzeit ist die Bewertung die Attraktivste der letzten fünf Jahre", so der Börsenexperte. Wenn man sich auf die 30 bis 50 am stärksten wachsenden Unternehmen konzentriert, wird man laut Jundt sehr gut liegen - sofern die "richtigen Unternehmen" ausgewählt wurden.

Denn dem breiten US-Markt traut Jundt zur Zeit keine großen Sprünge zu, vielmehr befürchtet er eine ähnliche Phase wie von 1964 bis 1982, in der der Dow Jones Industrial trotz respektablen Wirtschaftswachstums nicht vom Fleck gekommen war. Insbesondere an der Nasdaq sei auf Sicht von fünf bis zehn Jahren nicht zu erwarten, dass die alten Höchststände wieder erreicht werden könnten.

Suche nach technologischen Innovationen

Die vergangenen 50 Jahre haben für Jundt gezeigt, dass jede wirtschaftliche Erholung eine eigenen Charakteristik besitze. Es sei unwahrscheinlich, dass jene Sektoren, die zuvor am stärksten gelitten haben, künftig zu den stärksten Gewinnern zählen werden. Vielmehr sollte man sich überlegen, was die nächsten technologischen Innovationen sein könnten, die die künftige Entwicklung vorantreiben werden.

Im Speziellen empfiehlt Jundt den Bereich Healthcare und Biotechnologie, wo - insbesondere in bei Krebs und Herzerkrankungen - technologische Durchbrüche zu erwarten seien. Von Kabelanbietern, die von "Video on demand" und Hochgeschwindigkeits-Internetzugängen profitieren sollten, erwartet sich der Experte "Anwendungen, von denen wir heute nur träumen können". Weiters legt er den Anlegern auch Anbieter von Satellitenradio und Software-Titel, wo man nach "Killer Applikationen" Ausschau halten sollte, ans Herz. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.