Jagd auf seltene Euromünzen eröffnet

28. Februar 2002, 14:05
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Wertentwicklung von Schilling und Groschen ungewiss

Wien/Berlin - Hoffnungsvolle Spekulanten, die in diesen Tagen ihre gebrauchten alten Schilling- oder DM-Münzen vom Portemonnaie ins Sammelalbum umbetten, werden meist enttäuscht sein: Nur ungebrauchtes oder seltenes Hartgeld hat nach Ansicht von Münzsammlern eine Chance auf Wertsteigerung. Inzwischen hat aber auch die Jagd auf seltene Euro-Stücke begonnen.

"Eine Prognose zur Wertentwicklung von Münzen abzugeben, ist sogar noch schwerer als bei Aktien", meint Hartmut Schoenawa vom Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels. Zwar sei die Prägemenge der Produktionsreihen bekannt, doch nicht die im Umlauf befindlichen Münzen. Nur bei prägefrischen - also ungebrauchten - Münzen älterer Jahrgänge sei überhaupt mit einer Steigerung des Geldwertes zu rechnen, glaubt Heinz-Günther Hild vom Soester Münzcabinett. "Abgenutzte Umlaufmünzen werden auch nicht in hundert Jahren wertvoll sein", sagt der Stuttgarter Münzen- und Medaillenhändler Stefan Sonntag voraus.

Sammler kommen auf ihre Kosten

Als Sammlerstücke werden Münzen erst wertvoll, wenn sie aus irgendeinem Grund nur in geringer Menge existieren. Die Jagd nach neuen Raritäten ist mit der Einführung des Euro noch lange nicht zu Ende: auch im Euro-Zeitalter werden Sammler voll auf ihre Kosten kommen.

Wegen der niedrigen Stückzahl sind beispielsweise die finnischen Ein- und Zwei-Centstücke unter den Liebhabern bereits sehr gefragt. Zunächst wurden die Geldstücke nur in den Starterkits ausgegeben - erst ab Februar werden sie auch in Rollen verteilt. Bei der Herstellung der neuen Währung sind zudem einige Fehlprägungen unterlaufen, die jetzt die Begierde der Sammler wecken.

Derzeit schlummern noch viele Groschen und Pfennige in Sparstrümpfen und Geldbörsen - die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) schätzt, dass noch 3,7 Milliarden alte Münzen in Umlauf sind, von denen 3 Milliarden aber nie mehr zurück kommen werden. Die Deutsche Bundesbank kommt auf etwa 20 Milliarden alte Münzen. Dabei ist es fast unmöglich einzuschätzen, wie viele Münzen der einzelnen Prägungen noch existieren und wie sich diese im Wert entwickeln. (APA/Reuters)

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