Kelly setzt wieder auf Wachstum

28. Februar 2002, 13:47
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Exporte ließen Umsatz des heimischen Knabbergebäck- Marktführers steigen - Klage gegen Bahlsen

Wien - Der Marktführer bei Knabbergebäck in Österreich, Kelly, hat im abgelaufenen Jahr ein kräftiges Umsatzplus von 13,1 Prozent auf 90,84 Mill. Euro (1,250 Mrd. S) erzielt. Der Erfolg sei vor allem auf die gestiegenen Exporte zurückzuführen, sagte Kelly-Chef Wolfgang Hötschl am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Die Exportquote stieg von 15 auf 24 Prozent. Im Inland ging der Marktanteil wegen der beendeten Zusammenarbeit mit Bahlsen Snack von 72,3 auf 70,1 Prozent zurück, der Umsatzausfall seit Anfang Juni 2001 von rund 10 Mill. Euro sei jedoch zu 85 Prozent kompensiert worden. Die Kündigung des Vertriebsvertrags durch Lorenz Bahlsen hat nun auch ein gerichtliches Nachspiel.

Klage

Kellys habe Ende Jänner eine Klage eingebracht, die klären soll, ob diese Kündigung der Verträge rechtens war, so Hötsch. Sollte dies nicht der Fall sein, werde es in einem 2. Schritt ein Klage auf Schadenersatz geben. Kelly hat 1997 aus strategischen Gründen die Produktion von Kornland-Müsliriegeln und Feldbacher Zwieback an Bahlsen Austria abgegeben und im Gegenzug den Vertrieb von Bahlsen Pickanterie übernommen. Dafür hat als Ausgleich für die niedrigeren Deckungsbeiträge bei Müsliriegel und Zwieback jährlich - auch 2001 - 70 Mill. S Deckungsbeitragsausgleich bezahlt.

Im laufenden Jahr rechnet Hötschl mit einem moderaten Umsatzwachstum von rund 3 Prozent. 2003 will Kelly dann die 100-Mill-Euro-Grenze überspringen. Weiteres Potenzial sieht Hötschl vor allem vom neu installierten Außendienst, der Gastronomie, Tankstellen Baumärkte etc. direkt beliefert. Rund 30 Prozent der Kelly-Umsätze werden bereits außerhalb des Lebensmittelhandels gemacht. "Hier gibt es noch unheimlich viele Möglichkeiten, Snackprodukte unterzubringen" so Hötschl, während die Regalfläche für Chips, Soletti & Co im Lebensmittelhandel durch die vielen Innovationen zurückgehe.

Drei Kilo Snacks pro Kopf

2001 haben die Österreicher Pro-Kopf 3,03 (2000: 2,91) kg Knabbergebäck verzehrt und damit erstmals die "magische" Grenze von 3 kg überschritten. In Summe wurden 24.250 Tonnen Snacks in Österreich verkauft, um 4,03 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit liege Österreich bei Verzehr von Chips, Laugenbrezel etc. auf einem ähnlichen Niveau wie Deutschland, aber noch hinter Schweden mit rund 6 kg pro Kopf oder Großbritannien mit 8 Prozent.

Kelly gehört seit 1999 mehrheitlich (62,4 Prozent) zur Nordeck-Holding, die aus der Aufspaltung des Bahlsen-Konzerns entstanden ist und damals die Bahlsen-Anteile übernommen hat. 25,1 Prozent gehören der RWA-Tochter Warenhandelsgmbh, 12,5 Prozent der Familie Zach. Kelly beschäftigte 2001 im Schnitt 410 Mitarbeiter nach 427 im Jahr davor. (APA)

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