IPI: Polnischen Verlegern wurden Reisepässe entzogen

28. Februar 2002, 12:57
posten

Zuvor gab es Streit mit staatlichen Anteilseignern des Verlags - Vorstand muss sich bei Polizei melden

Das Internationale Presse Institut (IPI) kritisiert die Vorgehensweise gegen Vorstandsmitglieder der norwegischen Presse-Holding "Presspublica" in Polen. Nach Angaben des IPI seien den drei Vertretern die Pässe entzogen worden. Demnach dürften sie das Land nicht verlassen und müssten sich regelmäßig bei der Polizei melden. Der Verlag "Presspublica" betreibt zusammen mit dem polnischen Staat die Tageszeitung "Rzeczpospolita".

Kürzlich sei es zwischen den beiden Anteilseignern zu einem Streit über die innere Verrechnung der Finanzen gekommen. Nach Meinung der polnischen Regierung führe dies zu Nachteilen in der Gesellschaft und zu Vorteilen des Mehrheitseigners. Der norwegischen "Presspublica" gehören 51 Prozent von "Rzeczpospolita", dem polnischen Staat 49 Prozent der Anteile. In einem Brief an Premierminister Leszek Miller bittet das IPI um eine Bestätigung, dass der Staat nichts mit dem Entzug der Pässe zu tun habe.

Das Internationale Presse Institut mit Sitz in Wien ist ein weltweiter Zusammenschluss von Herausgebern, Verantwortlichen und leitenden Redakteuren, mit dem Ziel, die Pressefreiheit weltweit zu beobachten. (APA)

Share if you care.