Es wird wieder im Kreis gefahren

1. März 2002, 13:41
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Auftakt zur Weltmeisterschaft im Albert Park von Melbourne, für die Teams ist es Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen

Melbourne - Seit 1996 bildet der Grand-Prix von Australien in Melbourne den Auftakt in die Formel-1-Saison. In vier von sechs Fällen bekam der Sieger des Rennens im Albert Park dann auch am Saisonende den WM-Pokal überreicht: So gewann 1996 mit Damon Hill, 1998 mit Mika Häkkinen sowie 2000 und 2001 mit Michael Schumacher jeweils der spätere Weltmeister in der australischen Metropole. Für die Teams ist die Zeit des Bluffens vorbei, ab der ersten Qualifying-Session des Jahres 2002 am Samstag zählt es.

Michael Schumacher ist heiß

Am Dienstag vor dem Saison-Auftakt gingen es die heißesten Titelanwärter jedoch noch einmal ruhig an. Weltmeister Schumacher vertrieb sich die Zeit mit Ehefrau Corinna an einem geheim gehaltenen Ort irgendwo in Australien. Auf seiner Homepage teilte der Deutsche aber mit, dass auch er längst wieder voll vom Rennfieber erfasst ist: "Ich kann den Saisonstart kaum erwarten."

"Die Wahrheit liegt auf dem Platz"

Nach den intensiven Testphasen aller Teams ist auch Top-Favorit Schumacher bereits gespannt, wie die Kräfteverhältnisse aussehen. "Es gibt da diesen Spruch aus dem Fußball: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. So ist das auch beim australischen Grand Prix", meinte der Hobby-Kicker.

Coulthard auf dem Fahrrad unterwegs

McLaren-Pilot David Coulthard, 1997 Sieger in Melbourne, umrundete den 5,303 km langen Kurs immerhin bereits ein Mal mit dem Fahrrad, das Williams-Duo Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher schenkte sich hingegen den Abstecher in den Albert Park.

Heim-GP für Mark Webber

Ganz besonders gespannt ist Minardi-Anfänger Mark Webber, der nicht nur sein Debüt im Formel-1-Zirkus gibt, sondern noch dazu als Australier echten Heimvorteil genießt. "Kein Frage, der Adrenalinspiegel wird immens hoch sein", meinte der erste australische Formel-1-Pilot seit 1994. Neben Webber gehen am Sonntag auch noch der Brasilianer Felipe Massa (Sauber), der Schotte Allan McNish (Toyota) sowie der Japaner Takuma Sato (Jordan) in ihre erste Saison.

Probleme bei Lauda

Mit schweren Aerodynamikproblemen hatte in der Testphase die Jaguar-Mannschaft rund um Teamchef Niki Lauda zu kämpfen. Anfang Februar wurde die Zusammenarbeit mit dem Technischen Direktor Steve Nichols beendet, ihm folgte der Italiener Günther Steiner nach, doch die Probleme blieben dieselben. "Wir haben sehr hart gearbeitet, es wird aber ein sehr, sehr harter Start", prophezeite Jaguar-Fahrer Eddie Irvine.

Nachzügler Arrows

Als letztes der insgesamt 22 Teams hat am Mittwoch Arrows-Cosworth seinen Rennwagen für die bevorstehende Meisterschaft präsentiert. Auf der Start-Ziel-Geraden der Strecke in Melbourne enthüllten die beiden Piloten Heinz-Harald Frentzen (GER) und Enrique Bernoldi (BRA) den schwarz-orange lackierten Bolliden, der mit bescheidenen Perspektiven in die neue Saison geht.

Letzte Chance für Frentzen

Für den 34-jährigen Frentzen ist der Neustart mit Arrows die letzte Chance. "Ich kann nicht einschätzen, was aus der Saison wird. Es ist noch zu früh Prognosen zu stellen. Lassen wir uns überraschen", meinte Frentzen, der sich nach der Prost-Pleite als letzter Pilot ein Cockpit gesichert hatte.(APA/Reuters/dpa)

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